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Veröffentlicht am 01.02.2016 von nemesis

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Special Musik-Tipps Plattenvertrag

Und nun, schlussendlich, in der Tipps-Reihe zum Traum eines (fast) jeden Musikers: Wenn es ans Eingemachte, den Plattenvertrag geht.

Der Schallplatten/Bandübernahmevertag

a) Braucht eine Band heutzutage noch ein Recordlabel?

Ein klares NEIN! Dank dem Internet benötige eine Band heutzutage eigentlich kein Recordlabel mehr. Manchmal ist es wirklich besser sein Produkt über das Internet oder ausgesuchte Mailorderfirmen selbst zu vermarkten, als einen langfristigen und schlechten Vertrag mit einem Record-Label abzuschließen.
Es gibnt auch eine Menge Mailorder-Firmen oder Firmen, die sich ausschließlich oder eben auch auf den Vertrieb von Eigenproduktionen und Importen aus dem Ostblock spezialisiert haben.

Mit einer eigenen Homepage im Internet kann ich eine CD auch gut selbst verkaufen. Das hat den großen Vorteil, dass alle Rechte an den Songs bei den Musikern verbleiben und auch viel mehr an einer CD pro Einheit verdient werden kann. Durch ein verlinken mit anderen Webseiten und Bannerschaltungen kann man sehr gut auf sein Produkt aufmerksam machen und benötigt eigentlich nur noch gute Reviews bei der Musik-Presse. Meine eigene Band hatte ernsthaft über diese Möglichkeit nachtgedacht.

Eine vernünftige Promotion kostet allerdings nicht wenig Geld und wer kennt schon alle relevanten Musik-Magazine auf dieser Welt, die auch alle bemustert werden müssen. Das zweite Problem ist der Newcomer-Status. Die wenigsten Fans interessieren sich doch für neue Bands! Eigenproduktionen von Newcomern gehen bei den Medien garantiert etwas unter, da auch hier Einfluss und Geld immer noch eine große Rolle spielt. Die meisten Leute kaufen in der Regel was sie kennen und leider auch die Themen, die von den Magazinen groß geschrieben werden.

Der Mensch ist nun einmal ein Herdentier. Bei einer bekannten und etablierten Band dagegen kann das schon wieder etwas anders aussehen. Ich denke da zum Beispiel an das Album Cockroach von Danger Danger, das ausschließlich über das Internet und ein paar ausgesuchte Mailorderfirmen vertrieben wurde. Leider liegen mir keine Infos vor, wie erfolgreich sie damit gefahren sind. HUMAN FORTRESS haben glücklicherweise ein paar wenige faire Angebote von Record-Labels vorgelegen. Daher hatten wir uns dann entschieden beim Hamburger Label Limb Music Products/Vertrieb SPV unser Debutalbum zu veröffentlichen.

b) Wie macht man die Labels auf sich aufmerksam?

In meinem dritten Kapitel „der Studioaufenthalt“ hatte ich bereits geschrieben, das eine Band aus dem Heavy-Lager zum Beispiel heutzutage mit Demos nur noch ganz selten einen Künstler- oder Bandübernahmevertrag ergattern kann. Alle Labels möchten ein fertiges Produkt haben, das international auch soundtechnisch mit offiziellen Veröffentlichungen mithalten kann. Daher sind Demos für mich herausgeschmissenes Geld. Lediglich für Werbezwecke sind Demos noch geeignet. Human Fortress hatte früher auch Demos an Magazine und Labels geschickt, um zu testen wo wir stehen.

Aufgrund einer nur durchschnittlichen Produktion, hatten sich die meisten Firmen unser Demo noch nicht einmal angehört. Seitens der Presse gab es jedoch durchweg gute Reviews? Eine gute Möglichkeit in dem Musikbusiness auf sich aufmerksam zu machen sind sicher die vielen Nachwuchsfestivals oder Bandwettbewerbe. Oft gibt es dort Studiotage oder Geld zu gewinnen. Auch die Talentscouts der Plattenfirmen sind dort oft unterwegs. Uns hatte zum Beispiel die UNERHÖRT-Aktion vom Rockhard viel Promotion eingebracht. Unser Song „The Dragons Lair“ wurde auf dem Sampler Vol. 8 veröffentlicht und dann auch noch von den Lesern in der Internetabstimmung auf den ersten Platz gewählt. Man sollte also schauen, welche Musik-Magazine etwas Derartiges anbieten und für die Band auch Sinn machen.

Das ist natürlich auch den Record-Labels nicht entgangen und es sind dann einige Angebote bei uns eingetrudelt. Ein weiterer Bonus was sicher auch, dass wir ein fertiges Produkt am Start hatten. Dazu wurde die CD auch noch von Tommy Newton produziert und Michael Bormann von Jaded Heart hat bei uns die Backingvocals beigesteuert.

Wie ich auch in meinem dritten Kapitel „Der Studioaufenthalt“ geschrieben habe, ist aber das Songwriting von entscheidender Bedeutung gewesen. Limb Schnoor von LMP hat uns nicht unter Vertag genommen, weil HUMAN FORTRESS aus „Übermusikern“ oder prominenten Musikern besteht, sondern weil ihm unsere Songs und die Produktion gefallen haben. Eure Songs mit einer anständigen Produktion sind meiner Meinung nach Eure beste Werbung. Auch das Image spielt im Metal-Bereich immer noch eine wichtige Rolle. Macht Euch also schon vor dem Fotoshooting für eure CD darüber Gedanken.

c) Der Verlagsvertrag oder Record-Deal!

Das ist ein sehr umfangreiches Thema. Hier kann ich euch nur den Rat geben euch vor Unterzeichnung eines Vertrages vorher gut beraten zu lassen. Macht euch hier am besten im Netz schlau, welcher Verband euch am besten beraten kann, es gibt eine Menge an Anlaufstellen.

Ich würde euch sogar empfehlen einen Anwalt einzuschalten, der sich auf das Musikbusiness spezialisiert hat. Diese Leute können oft auf einer ganz anderen Ebene mit den Verantwortlichen bei den Labels sprechen und verhandeln. Wenn es eure Finanzen zulassen solltet ihr euch auch ein vertrauenswürdiges Management suchen.

Ich musste die Erfahrung machen, das die Verantwortlichen bei den großen Firmen teilweise einen Musiker als Ansprechpartner gar nicht ernstnehmen, geschweige denn mit ihm direkt sprechen wollen. Manchmal wird ein Künstler von den Firmen ernster genommen, wenn hinter einem Künstler ein Management steht, das in seinem Namen verhandelt. Auch meine Band hat sich vorher über gute und schlechte Adressen im Musikbusiness informiert. Die schwarzen Schafe sind ja größtenteils in der Szene bekannt. Leider hört man ja immer wieder, wie oft Bands von Labels, Konzertveranstaltern oder Managern über den Tisch gezogen wurden. Ihr werdet Euch wundern wie schnell bei wachsender Popularität immer mehr Geier bei Euch vor der Tür stehen, die sich auch ein Stück vom Kuchen holen möchten.
SEID ALSO STETS WACHSAM UND ENTWICKELT EIN GESUNDES MISSTRAUEN!!!!!!

PS: Gebt niemals Eure Träume und Ziele auf! Arbeitet hart und haltet Euch fern von diesen Pessimisten.

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