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Veröffentlicht am 01.03.2017 von Buch

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The Byrds

Nur wenige Songs in der Geschichte der Rockmusik besitzen so eine melodische Präsenz wie „Mr. Tambourine Man“. Roger McGuinns Rickenbacker-Gitarre, die als Appregio ein wenig an ein Cembalo erinnert läutete im Frühjahr 1965 eine Stilsynthese ein: Elektrifizierten Folkrock.

In Erinnerung an seinen früheren Kollegen Bruce Langhorn, der einst mit einem Tamburin ins Studio fuhr, komponierte Bob Dylan den Song. Wenig später landete eine Kopie davon in den Händen von Byrds-Produzent Jim Dickson. Sofort hatte er die Idee, Dylans bilderhafte Sprache einem Massenpublikum zugänglich zu machen. Unterdessen hatten die Beatles alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die „Fab Four“ hatten die Popkultur in den Staaten vollkommen im Griff. Die ehemals bewunderten US-Rock´n´Roller sprachen von der „British Invasion“, welcher man nun ausgeliefert sei. Der hoffnungsvolle jugendliche Optimismus und die hypnotischen Melodien der Beatles wirkten eine magische Anziehungskraft aus.

Auch für Roger McGuinn Grund genug eine eigene Band gründen zu wollen. Von der Akustik-Folk-Szene in Greenwich Village frustriert, trampt er Ende 1963 nach Los Angeles. Schon bald stößt er dort auf die Sänger Gene Clark und David Crosby. Schlagzeuger Michael Clarke und Bassgitarrist Chris Hillman ergänzen das Quintett, welches sich fortan The Jet Set nennt. Die erste Single „Please let me love you“ floppt. Nach einer Empfehlung von Miles Davis nahm CBS / Columbia-Produzent Terry Melcher die Band unter seine Fittiche. Sein Plan war es die Dylan/Beatles-Mixtur um den mehrstimmigen Gesang der Beach Boys zu ergänzen, um alle Super-Komponenten jener Zeit zu vereinen.

„Mr. Tambourine Man“

Nach dem Nummer Eins-Erfolg von „Mr. Tambourine Man“ lieferte Bob Dylan den Byrds immer wieder Vorlagen für popularisierende Cover Versionen. Die Presse versuchte unterdessen, mit Slogans wie „L.A. triumphierte über London“ die Rockrivalität zwischen den Byrds und den Beatles anzuheizen. Doch die Bühnenshows der Jungs sind miserabel, sie können den Songs live keinen Ausdruck verleihen. Die Beatles jedoch sind begeistert von ihrem amerikanischen Äquivalent. Mit dem Titelsong zu ihrem hastig produziertem zweiten Album „Turn! Turn! Turn“ landen die Byrds 1965 einen weiteren Mega-Hit. Wegen Flugängsten und Tourneestress verlässt Gene Clark 1966 die Truppe. Der Song „Eight Miles High“ handelt eigentlich von dem Flug der Byrds über den Atlantik zu ihren desaströsen Konzerten im Vereinigten Königreich. Doch wurde zu dieser Zeit jeder Song, der metaphorisch auch für Drogenerfahrungen stehen konnte, von den Radiosendern boykottiert.

Nachdem The Byrds zum Quartett geschrumpft waren kam es zu einer Zeit ständiger Besetzungswechsel. Das dritte Album „Fifth Dimension“ erschien 1966. Roger McGuinn vertraut auf dem Album bei seinem virtuosen Gitarrenspiel auf die Kraft psychedelischer Klangfarben und intergalaktischer Inspiration. Crosby verlässt die Band nun auch, um seine eigene Super-Group Crosby, Stills & Nash (später ergänzt um Young) zu gründen. Obwohl die Hitparaden-Erfolge in der nächsten Zeit zurück gehen, entstehen vier weitere Alben der Byrds, die Ausdruck einer jungen, wütenden Generation sind, die sich Generationenkämpfe liefern und gegen die Rassendiskriminierung wettern. 1968 sieht sich Roger McGuinn als einziges Gründungsmitglied in der Band und verlässt diese. Als Songwriter hat er seinen nächsten Erfolg mit dem Soundtrack zu „The Ballad of Easy Rider“ 1970. Im Jahre 1973 kommt es zu einer krampfhaften Reunion der Urbesetzung. Das Album „Byrds“ wird aufgenommen, danach wird die Band endgültig aufgelöst.

photocredit: By Joost Evers / Anefo (Nationaal Archief) [CC BY-SA 3.0 nl], via Wikimedia Commons

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One Response to The Byrds

  1. karin grillberger says:

    Eines der schoensten lieder

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