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Veröffentlicht am 02.02.2016 von nemesis

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YES

YES in eigenen Worten über Magnification

Vergrößerung erwünscht oder klassischer Rock klassisch?

Magnification hieß das Album der britischen Artrocker, die uns seit 1968 mit so exzellenten Alben wie Tales of Topographic Oceans verwöhnt haben, zeitweilig in den 80ern von der Bühne verschwand und sich mit einem vollorchestralen Album wieder meldet. Magnification ist kein leichtes Album, das waren Yes-Scheiben noch nie, es sei denn man misst die Band an ihrem Riesenhit „Owner Of The Lonely Heart“. Wer das tut, kennt entweder Yes nicht richtig oder hört nur irgendwelche Bravo-Kuschelrock-Sampler…

Wenn die Rocker mit dem Orchester

„Der Albumtitel trifft es diesmal ganz genau“, verriet ein gut gelaunter Jon Anderson. „Wir hatten etwas gemacht, was unsere Fans schon ewig lange forderten. Ein symphonisches Album mit einem richtigen Orchester, also uns, wenn du so willst als Band mächtig vergrößert.“ Das wäre aber nichts so Ungewöhnliches, schließlich hat Deep Purple schon in den Siebzigern vorgemacht, wie’s geht mit Orchester aufzutreten. Metallica, Scorpions – Für letztere wäre es besser gewesen, sie hätten’s gelassen – auch sie haben’s gewagt…

„Ich sage ja nicht, dass Yes die ersten sind, was den Einsatz eines Orchesters anbetrifft. Ich glaube aber dass die Art und Weise wie Magnification“entstanden ist, schon einmalig ist. Denn wir haben von Anfang an bei den Kompositionen den Komponisten und Dirigenten Larry Groupé hinzugezogen. Der ist bestimmt kein Unbekannter und hat eine Menge Preise gewonnen und Aufnahmen eingespielt. Als wir das Projekt umsetzen wollten, dachten wir auch an ihn und er war von Anfang an von der Idee einer Zusammenarbeit begeistert, outete sich als Yes-Fan. Wir können es wohl als großes Kompliment auffassen, wenn er uns als Lehrmeister des orchestralen Rock bezeichnet.“

Auf die Bühne zugeschnitten

Trotz dieser Aussage sollte man aber jetzt nicht meinen, dass Yes nun einen auf Klassikrock à la Vienna Symphony Rock Orchestra machten. Die Elemente die yessche Musik ausmachen, waren nach wie vor vorhanden und Groupé’s Kompositionen fügten sich nahtlos ein. „Das fand ich auch und ich sag dir, dass dieses Album für uns eine der größten musikalischen Herausforderungen war, an der wir jemals beteiligt waren. Magnification war ja ausschließlich dazu komponiert worden, um mit einem großen Orchester live auftreten zu können. Auch wenn wir als orchestrale Artrocker gelten, der größte Teil unserer Songs ist mit einem großen Orchester gar nicht reproduzierbar.

Und mal ehrlich, ein Orchester mit auf Tour zu nehmen, dass lediglich bei einigen wenigen Songs in Erscheinung tritt, das Verhältnis Aufwand und Kosten stimmt da einfach nicht mehr. Solche Überlegungen darf man nicht außer Acht lassen und deshalb ist Magnification“komplett mit Orchester entstanden und war auch so auf Tour zu hören sein. Übrigens ist das Album kein Schnellschuss, sondern die Idee hatten wir schon jahrelang im Hinterkopf, arbeiteten sie langsam aus und als es dann ins Studio ging, wussten wir, dass wir unsere Vorstellungen auch genauso umsetzen können würden. Auch hier gebührte Larry Groupé ein entsprechend großer Anteil bei den Arrangements und der Produktion.“

Es war mittlerweile für Fans gefühlte 300 Jahre her, dass Yes in London ein großes Konzert mit Orchester in London’s Queen Elizabeth Hall gaben. Jon Anderson erinnert sich gerne daran: „Das war schon irre, allerdings nicht vergleichbar mit dem was wir mit Magnification machen. Damals war’s ein Orchester, das zu unseren Songs eingesetzt wurde, also die klassische Variante. Heute ist es die Verschmelzung von Orchester und Band sowohl in den Kompositionen als auch als konzertante Einheit.“ Wem das jetzt zu philosophisch und abgehoben ist, der sollte sich aber nicht entmutigen lassen bei Magnification trotzdem reinzuhören. Songs wie das groovende „Give love each day“, das supermoderne „Dreamtime“ oder der absolute Höhepunkt des Albums „In the Presence of..“ sind musikalische Bonbons, die auch Nicht-Yes-Fans gefallen dürften. Gut, ich gebe zu, dass Dieter Bohlen-Freaks vielleicht nicht ganz auf ihre Kosten kommen werden, aber das dürfte sich verschmerzen lassen.

Studio-Scheibchen der Briten im Überblick:

  • Yes
  • Time and a Word
  • Fragile
  • Close to the Edge
  • Tales from Topographic Oceans
  • Relayer
  • Going for the One
  • Tormato
  • Drama
  • 90125
  • Big Generator
  • Union
  • Talk
  • Open Your Eyes
  • The Ladder
  • Magnification
  • Fly from Here
  • Aktuelles Album: Heaven & Earth

photocredit: By Rick Dikeman (Own work) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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