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Veröffentlicht am 06.04.2016 von nemesis

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Crystal Ball

Hardrock-Bombe aus der Schweiz

Crystal Ball waren zur Jahrtausendwende der Schweizer Export, der am ehesten in die Fuß-Stapfen von Gotthard treten konnte, die ja leider mittlerweile ziemlich von ihren Roots abgekommen sind. Nachdem das Debut der Band besonders in Japan sehr erfolgreich war, ließen es sich der frühere Sänger Mark und Co. nicht nehmen, auch jede Möglichkeit zu nutzen, sich live zu zeigen. Und wie man sieht, hat sich das Engagement der Band auch gelohnt. Allein das 2015er-Scheibchen Liferider ist einfach wieder ein Hardrock-Genuss erster Güte. Doch kommen wir mal zur Band in ihren ersten Tagen an sich.

„Eye To Eye“

…oder doch eher zu dem Land, aus dem die Jungs kommen. Denn über die Schweiz hört man ja in musikalischer Hinsicht immer wieder recht unterschiedliche Dinge: Mal heißt es, dort gäbe es eine rege Rock-Szene und andere wiederum behaupten, im Land der Löcher wäre echt der Hund verreckt, was Musik jenseits vom Mainstream betrifft.

Eine kleine Einschätzung

„Ich würde sagen, die wirkliche Situation liegt irgendwo dazwischen“, erläuterte Mark. „Es ist hier in der Schweiz ganz okay. Nicht unbedingt super, aber es passt einigermaßen. Wir haben nicht so viele geile Rockläden wie sie anderswo existieren, aber immerhin einige Clubs und Veranstalter, die Rockbands buchen. Mit Formationen wie Gotthard, Krokus, Mud Slick oder auch Shakra sind einige gute Bands am Start, die auch außerhalb der Schweiz auf sich aufmerksam machen konnten. Als wir noch Cherry Pie und noch nicht Crystal Ball hießen, konnten wir 120 Konzerte innerhalb von 2 1/2 Jahren spielen, von denen die meisten in der Schweiz gestiegen sind. Ich denke, daran kann man die Szene hier ganz gut beurteilen.“

„Gods Of Rock“

Erfolgreicher waren Crystal Ball dennoch in Japan. Manchmal könnte man auch ein wenig den Eindruck bekommen, dass der Erfolg oder Misserfolg, den eine Band im Land der seltsamen Schriftzeichen einfährt, mitbestimmend ist wie es auch in anderen Ländern und Kontinenten läuft. Japan also auch als eine Art „Rückendeckung“?

Japan als Rock-Helferlein

„Bei uns war es jedenfalls positiv, von unserem Erfolg in Japan berichten zu können. Die Leute zeigen sich dann immer ziemlich beeindruckt. Doch andererseits ist die Musikbranche da weniger zu beeindrucken, denn die Leute in der Branche wissen, dass in Japan alles Erfolg hat, was lange, blonde Haare hat und harten, melodischen Rock spielt du aus Europa kommt. Wir würden auch ohne diesen Japan-Bonus Rockmusik machen, da wir diesen Stil einfach lieben.“

„Eternal Flame“

Außerhalb von Japan gab es aber auch Höhen und Tiefen an Reaktionen. „Komischerweise wurden wir in England von Anfang an ziemlich abgefeiert. Dort gibt es zwar nur eine Underground-Szene, aber die zählt mehr, als die Schweiz Einwohner hat. Deutschland ist ebenso ein wichtiger Markt, doch ist es da nicht so einfach, Fuß zu fassen. Aber nichts desto trotz verkauft sich unsere Scheibe »In The Beginning« in Germany erstaunlich gut. Ebenfalls gute Reaktionen kamen aus Skandinavien, Frankreich und auch aus Brasilien.“

Einheimsen konnte die Band damals auch einen Auftritt bei Arabella…wie bitte kommt man denn zur „Kiesbauerin“?

Klischees und Talkshows

„Damals wurde eine Band zu der Sendung mit dem Thema „Jeder geht fremd“ gesucht, und für die Leute scheint dieses Thema mit Groupies, Rockmusik, und so weiter zusammen zu gehören. Dummes Klischee-Denken halt. Wir sahen darin eine Chance, unseren Namen zu pushen. Immerhin sehen sich solche Talkshows etwa 1 Million Zuschauer an, uns so war das auch okay. Für uns war es wichtig, unseren Song „Stand By Me“ spielen zu können. Die Reaktionen darauf waren sensationell. Und ganz ehrlich: Arabella ist privat total cool drauf.“ Also, TV doch als wichtiges Medium, wenn es darum geht, Musik zu vermarkten, hüstl.

Wäre ich doch Tauchlehrer geworden

„Jeder schaut doch heutzutage in die Glotze. Bevor die Leute zu einem Konzert gehen, pennen die doch eher vor der Kiste ein. Die Denkweise geht einfach dahin, dass alles, was im TV läuft, gut ist. Daher nützt es einer Band natürlich schon viel. Vor allem die Kids werden vom Fernsehen brutal beeinflusst. Wir konnten einige Auftritte im Schweizer Fernsehen, Privat TV usw. absolvieren und nach jeder Sendung konnten wir Platten verkaufen…alles klar, oder?!“ Als wichtig scheinen es Crystal Ball auch zu sehen, live so viel als möglich präsent zu sein. „Selbstverständlich ist es wichtig, so viel wie möglich zu touren. Aber das alleine reicht heutzutage nicht mehr aus, um Erfolg zu haben. Man muss eben auch in Magazinen, TV, Radio und dergleichen präsent sein…sonst hat man keine Chance. Ein verdammt hartes Business. Man, wäre ich doch Tauchlehrer geworden……“

„It´s Not Love“

Alles klar. Aber nun war eben nicht Schwimmen und Absaufen angesagt, sondern die Tour mit Survivor: „Eigentlich sollten Survivor uns supporten, aber dann haben die Jungs doch ein paar Platten mehr als wir verkauft“, witzelte der Frontmann. Nee, im Ernst: Bei einem unserer ersten Konzerte seit Plattenveröffentlichung haben uns ein paar wichtige Leute auch live gesehen und so kam das Ganze ins Rollen. Für uns ist das natürlich genauso sensationell wie der Support für Krokus. Früher spielte ich Luftgitarre zu dieser Musik und poste vor dem Spiegel herum. Für mich ist das wie ein Traum und ich werde mir den Arsch abspielen um meinen Idolen zu imponieren. Wir freuten uns alle sehr auf die Tour und gemeinsam mit Krokus respektive Survivor und Vacancy war das schon ein geniales Package.“

Und dabei sind dies ja auch Bands, die Mark doch immens im Laufe seines Lebensbeeindruckt und zu „seiner“ Musik mit hingeführt haben. Aber da gibt´s dennoch noch andere auch. „So richtig besonders eigentlich nicht. Kai Hansen ist allerdings ein kleiner Gott für mich. Mit Helloween hat alles bei mir angefangen und auch heute mag ich noch Bands, die abgehen wie eine Rakete, dabei aber stets melodisch sind. Ich war und bin kein typischer Judas Priest- und Iron Maiden-Fan.

Für mich waren eher unbekanntere Bands wie Casanova, Axel Rudi Pell, Firehouse oder auch Stratovarius, die damals wirklich noch unbekannt waren, interessant. Ebenso Gamma Ray – und Bon Jovi klebte auch irgendwo zwischen Kelly McGillis und Pamela Anderson in meiner Jugendzeit an den Wänden. Aber im Grunde war ich eher auf Bands, die nicht in jedermanns Mund waren, aus. Hardline sind da auch ein gutes Beispiel. Eine geile Band…“ … und schwärmt vor sich hin als gäb´s kein Halten mehr.

Besetzungen:

Markus Flury: Guitars
Marcel Sardella: Drums
Scott Leach: Guitars
Steven Mageney: Vocals
Cris „Iron“ Stone: Bass

Frühere Members:

Sven Sieber: Bass
Hans „Hungi“ Berglas: Guitars
Philipp Meier: Keyboards
Dany Schällibaum: Bass
Tom Graber: Guitars, Keyboards
Mark Sweeney: Vocals

Alben von Crystal Ball:

Eye to Eye
In the Beginning Full-length
Hard Impact
Look in My Eyes
Virtual Empire
Hellvetia
Time Walker
Secrets
Anyone Can Be a Hero
Dawnbreaker

Aktuelle Platte:

Liferider

photocredit: http://www.crystal-ball.ch/de/band/

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