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Veröffentlicht am 16.02.2016 von nemesis

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Domain

Monopole für Teenies

Dass in den letzten Jahren nicht alle Re-Unions und „Wiederzusammenraufungen“ mancher Bands sinnig waren, wissen wir inzwischen alle. Manchmal lohnte es sich aber doch, einen neuen Versuch zu starten und etwas wieder aufleben zu lassen, so wie Fall von Domain. Mit One Million Lightyears From Home meldete sich die Band eindrucksvoll zurück, wenngleich sich Gitarrist und Kopf der Band, Axel Ritt, nicht so sicher war, ob die Leute sich der Band sicher waren. Klingt verwirrend, ist aber eigentlich ganz einfach.

Axedl Ritt über die Wiederauferstehung

„Wir wollten den Leuten nichts komplett Neues vorsetzen, aber auch nicht den alten Stoff nur aufwärmen“, begann der Labelboss von Humbucker Music. Auf den Punkt gebracht: Man bekaqm den typischen Domain-Sound in zeitgemäßem Rockgewand. Modernisiert aber nicht trend-orieniert. „Bei manchen Songs hatten wir den reinen Domain-Sound schon ein wenig verlassen, haben ein bisschen experimentiert, manchmal geht es auch härter zur Sache. Es waren fast zehn Jahre Unterschied zum letzten Domain-Album, da kann man nicht haargenauso klingen, sondern muss auch ein paar neue Details präsentieren. Es ist zudem ein anderer Produktionsstatus.

„Edge Of The Knife“

Dadurch, dass ich ein eigenes Studio habe, konnten wir uns bei den Aufnahmen und der Überarbeitung viel Zeit lassen. Bisher finden alle die Scheibe toll. Ich warte schon richtig drauf, dass mir mal jemand sagt, dass die Platte scheiße ist. Entweder gefallen die Songs wirklich allen, oder einige Leutchen erzählen schlicht Müll. Ich selbst bin nie zufrieden. Manchmal muss ich mich richtig dazu zwingen, die Arbeit an etwas abzuschließen, sonst würde ich die Sachen kaputtpopeln.“ Axel verfolgt, schon allein durch sein Label, die Entwicklung in der Szene sehr genau.

Der Unterschied macht´s

Und dass es anscheinend mit der Rock´n´Heavy-Szene bergauf geht, passt dem Guten nun alles andere als nicht in den Kragen. „Es ist nach wie vor immer einiges an Mist dabei. Das war aber schon immer so und wird wohl auch so bleiben. Ich denke, der richtige Fan erkennt die Unterschiede zwischen Platten, die sich lohnen und solche, die es nicht tun. Ob es sich nun um Kopien anderer Bands oder Songs handelt oder um sinnige und unsinnige Re-Unions handelt. Was mich teilweise abschreckt, sind die ab und an grottenschlechten Produktionen. Manche klingen, als wären sie auf dem Klo gemacht. Hauptsache schnell und billig.“ Betrachtet man die Rock- und Metal-Szene, gewinnt man ein wenig den Eindruck, die softere Seite würde gegenüber dem Metal ein bisschen den Kürzeren ziehen.

„Hideaway“

„Ich denke nicht, dass der Metal dem Rock die Luft zum Atmen nimmt. Beide Richtungen haben nebeneinander immer sehr funktioniert. Es herrscht in diesem Bereich meiner Meinung nach auch eine gute Akzeptanz. Was der Rockszene das Wasser abgegraben hat, war die Grunge-Entwicklung. Da war auf einmal ein neuer Stil, eine neue Generation. Die komplette Plattenindustrie hat komplett umgedacht. Ich selber glaube an die 7-Jahres-Theorie, die manche Psychologen vertreten. Danach kommt es alle sieben Jahre zu einem Umbruch, etwas Neues kommt, Altes geht. Denkt man mal über das eigene Leben nach, verhält es sich genauso: Mit sieben kommt man meist in die Schule, mit 14 beginnt die Pubertät, mit 21 zieht man von Zuhause aus…. Crossover und Grunge kamen 92/93, in den vergangenen Jahren ging es mit dieser Richtung stetig bergab.

Musikalische Prägungen

Dann war eine Tendenz zu den Seventies erkennbar, nun wäre eigentlich wieder ein back to th eighties an der Zeit. Wenn manche Kids Bands aus dieser Zeit hören, fallen sie oft aus allen Wolken, wenn man ihnen die Frage beantwortet, wie lange denn diese oder jene Band bereits bestehen.“ Während sich manche Kids alle fünf Minuten nach dem Trend drehen, gibt es auch einige wenige, die jahrelang zu ihrem Geschmack stehen und dabei bleiben. „Man wird im Laufe seines Lebens einfach geprägt. In der Pubertät ist allerdings oft genau das Gegenteil der Fall.

„Lost In The City“

Als Teenie ist man doch tot, wenn die eigenen Eltern die gleiche Musik mögen wie der Nachwuchs. Man entwickelt sich Jugendlicher zur Opposition. Die Frage ist nur, ob man dadurch etwas findet, das einem wirklich was gibt. Hat man etwas für sich gefunden, dass nicht dem Geschmack der Allgemeinheit entspricht, hat das eine positive und eine schwierigere Seite. Einerseits muss man einen langen Atem haben, um sich dennoch durchzusetzen. Zum anderen hat man gewissermaßen ein Monopol, man grenzt sich ab. Das geschieht häufig mit härterer Musik. Da spielt in diesem Alter auch wenig das Imponierverhalten eine Rolle, man will eben tougher sein als die anderen.

Der Traum vom ersten Line-up

Das kann man auch an manchen Bands sehen. Slipknot etwa: Noch härter und rauher und anders. Die Gitarren werden noch tiefer gestimmt, man will alles Bestehende noch toppen. Die Melodie bleibt dabei zumeist auf der Strecke. Alles in allem denke ich, dass einem Geschmack auf verschiedene Arten eingebrannt wird.“ Nicht nur die Fans von Domain hätte es gefreut, wenn das Original-Line-up am Start wäre. Doch man will nicht meckern, denn wie gesagt: Die neue Platte wra ein richtiges Schnittchen. „Sicher wäre es schön gewesen, alle nochmal zusammenzutrommeln.

Aber es ist eben nicht so, dass alle sich die geistige und körperliche Beweglichkeit erhalten haben, nochmal die Beine in die Hand zu nehmen. In all den Jahren haben wir voneinander sowohl in persönlicher Hinsicht als auch auf die Lebenseinstellung und die Wertigkeit der Dinge voneinander entfernt. Da ist nichts dagegen zu sagen, aber unter diesen Umständen hätten wir den Leuten nicht geben könne, was sie wollten.

Es hat keinen Sinn, jemanden zu versuchen zu überreden. Unter dem Gesichtspunkt gab es zwei Möglichkeiten: Den Namen Domain sterben zu lassen oder mit neuen Leuten nochmal anzufangen. Eine Menge Leute haben im Laufe der Zeit nach Domain gefragt, und hier sind wir. Ich bin überrascht, dass der Name immer noch die gleiche Wertigkeit besitzt. Mit meinem Namen, den auch viele kennen, mögen vielleicht manche ‘Arschloch’ verbinden, aber der positive Touch von Domain überwiegt, hähä.“

Unter den neuen Mitgliedern befinden sich auch einige Musiker, die mit anderen Bands bei Axel unter Vertrag stehen. „Es ist fast wie ein Familienunternehmen. Unser Sänger Carsten und Edgar, unser Drummer, haben alles andere gecancelt. Ich denke, es geht okay, wenn man in zwei Bands aktiv ist, solange alles gut organisiert ist. Wir können all diese Dinge voneinander trennen, es läuft alles über meinen Tisch und so können wir auch alle potentiellen Probleme rechtzeitig vermeiden.“

Line-up:

Axel Ritt
Nicolaj Ruhnow
Erdmann Lange
Steven Wussow
Jens Baar

Studioplatten:

Lost In The City (1987)
Our Kingdom (re-release of ‚Lost In The City‘ album) (1988)
Before The Storm (1989)
Crack In The Wall (1991)
One Million Lightyears From Home (2001)
The Artefact (2002)
The Sixth Dimension (2003)
Last Days of Utopia (2005)
Stardawn (2006)
The Chronicles Of Love, Hate And Sorrow (2009)

Sampler:

Collection 86 – 92 (1992)
The Essence of Glory (2005)

Eps:

New Horizons (2001)

Singles:

Lost In The City (1987)
Heart of Stone (1989)
I Don’t Wanna Die (1989)
Edge of the Knife (1990)

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