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Veröffentlicht am 05.02.2016 von nemesis

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Portrait Company Of Snakes

Company Of Snakes oder doch Whitesnake?

Ob nun unter dem Banner Whitesnake, The Snakes oder als Moody/Marsden… geläufig sind die Musiker von Company Of Snakes den meisten unter uns dann doch. Und wer als Rock-Fan noch recht neu ist, hatte immer wieder mal eine super Gelegenheit, die Band live zu erleben. Mit einer Doppel-Live-CD wurden einige Gigs wieder einmal dokumentiert und dass der Kult nicht kaputt zu kriegen ist, sieht man auch an der aktuellen platte The Purple Album.

Neben frischerem Material gab es auf der Live-Best-of auch ein eine Menge Klassiker zu hören, die man eben noch aus besagten ersten Whitesnake-Tagen stammten. Das Durcheinander damals: Die beiden Musiker Moody/Marsden gehörten zum Original-Line-up der Band um Ausnahmesänger David Coverdale und hatten am Songwriting, u.a. auch am Gassenhauer „Here I Go Again“, sagen wir mal, nicht wenig Einfluss. Beide sind heute nicht mehr mit an Bord, die Gitarre schwingen Reb Beach und Joel Hoekstra dieser Tage.

Warum live? Darum!

„Es war schon ein wenig strange, diese ganzen alten Songs noch einmal neu aufzunehmen“, begann Bernie Marsden bester Laune sein Résumé. „Insgesamt waren wir mit der Live-Scheibe total zufrieden, sie gefiel uns absolut. Wir hatten die Jahre zuvor sehr viel in England und Spanien gespielt, einige Länder aber kamen da immer sehr kurz. Das war auch Grund für diese Live-Platte. Um zu sagen ‘Hallo, uns gibt es noch’.“

Davon sollte man sich im Laufe dieses Jahres auch noch anhand eines Studio-Silberlings überzeugen können, der bereits fertig gemixt in den Startschuhen stand. Naja, nicht ganz. „Das Material war fertig und da aber nicht in der ‚Mixe‘. Ich kann den Fans versprechen, dass es wirklich eine tolle Platte wird, die Songs klingen unserer Meinung nach absolut gut. Zudem denke ich auch, dass man an den Stück erkennt, welche Musiker dahinter stecken.“

Auf den Punkt gebracht

Wer nun allerdings auf den Trichter kam, dass sich Bernie und Co. in die lange Liste an Musikern einreihen würden, die versuchen an vergangenen Glanzzeiten anzuknüpfen und dabei auch ehemalige Bands als Namensgarant benutzen, irrte sich gewaltig. „Company Of Snakes war für uns keine Art zweite Whitesnake oder der Versuch, unsere Vergangenheit mit dieser Band auszuschlachten. Es war eine komplett neue Band, mit der wir den Spirit, den die Musik von je her für uns hatte, versuchten, weiterzutragen.“

Nachdem sich in den Reihen von Company Of Snakes eine Zeit lang der ehemalige Bad Company-Sänger befand, dürfte wohl auch klar sein, woher der Name kam. „Tja, wir haben Bad Company und The Snakes zusammengeworfen. Zu dieser Zeit spielten wir live natürlich auch einige Songs von Bad Company. Allerdings schieden sie irgendwann aus dem Programm aus, nachdem wir einen neuen Sänger hatten. Es wäre angesichts dieses Punktes eine recht sinnlose Sache gewesen, diese Stücke weiter im Programm zu behalten“, lachte Bernie.

Nur: Auch wenn es sich hier um eine neue, eigenständige Band handelte, würde man den Stempel von Whitesnake, welcher beileibe auch nicht der schlechteste ist, wohl kaum loswerden, wenn das Live-Programm auch weiterhin Stücke dieser Ära enthalten würde. „Es ist für die Fans sehr wichtig, alte und bekannte Songs zu hören. Uns machten diese Tracks auch immer Spaß. Es ist immer wieder toll, sie zu spielen. Man kann zudem auch mit älteren Songs zeigen, dass man noch präsent ist und dass mit uns zu rechnen ist. Ich bin glücklich, den bluesigen Hardrock weiter an die Leute geben zu können. Wir sind nicht Limp Bizkit und wir sind keine Death Metal-Combo. Wir sind einfach was wir sind und schon immer waren.“

Auf der Reaper-Stage, nachts um Punkt Zwölf…

Wobei gerade Death und auch Black Metal ein gutes Stichwort ist, kam der gute Bernie Marsden mit der Black Metal Stage beim damals von Company Of Snkaes bespielten Wacken Open Air gar nie nicht klar. „Dieses ganze Image-Gehabe, die weiße Schminke und das Ketchup-Blut bei diesen Nasen verstehe ich ehrlich gesagt nicht so ganz. Das ist nicht meine Welt. Ich komme mir da vor wie auf der Reaper-Bahn. Früher hatte Rockmusik und auch Metal nichts mit Image zu tun, es ging um die Musik. Was früher unter Metal lief, waren Black Sabbath. Und was haben wir heute? Manche Musiker und Bands müssen sich anscheinend durch ein Image definieren, weil ihnen eine eigene Persönlichkeit fehlt.

Wenn ich mich bei Festival so umschaue oder auch die einschlägigen Mags durchblättere, sind dort verdammt viele Bands, die ich absolut nicht kenne. Aber irgendwie sehen die auf den Fotos alle gleich aus. Ich für meinen Geschmack vermisse ein wenig die Individualität in der Szene. Charisma und Qualität sollten wichtig sein. Ich fand es in Wacken ganz lustig, wie viele Machos da auf der Bühne standen, die dann hinter der Bühne ganz normal und nett waren. Diese Klischees sind irgendwie nett und faszinierend. Es erinnert manchmal mehr an Theater denn an Musik. Wir haben einmal eine Show mit Alice Cooper gespielt. Es war toll, seine Show zu sehen, aber es war keine Rock-Show in meinen Auge sondern eher eine Art Theater-Stück. Ich finde das nicht seltsam, nur eben… anders.“

Bernie selbst findet an einer Show ganz andere Aspekte wichtig: „Das wichtigste ist die Power, die Musik und die Musiker. Mit absoluter Power kann man Erfolg haben. Das sieht man an AC/DC. Gerade Bands, die langfristig dabei sind und auch beständig in ihrem Sound und ihrer Energie sein, haben einen viel höheren Status bei den Fans.“ Und noch eine Kleinigkeit, die Bernie Marsden etwas befremdlich kamt: „Früher waren CDs bzw. LPs voll mit Musik. Heute scheint es zum guten Ton zu gehören, gerade mal 35 Minuten auf eine Scheibe zu pressen.“ Ergo: Will die Rock-Szene wieder einmal den hohen Status der Achtziger haben, sollte man sich vielleicht auch auf den damaligen Umgang mit Musik konzentrieren. Und der fängt wohl mit ehrlicher, bodenständiger Musik mit Qualität von Musikern mit Ausstrahlung und Rückgrad an.

Diskografie

Studioalben:

1978: Snakebite
1978: Trouble
1979: Lovehunter
1980: Ready an’ Willing
1981: Come an’ Get It
1982: Saints & Sinners
1984: Slide It In
1987: 1987 (in den USA als Whitesnake)
1989: Slip of the Tongue
1997: Restless Heart
2008: Good to Be Bad
2011: Forevermore
2015: The Purple Album

Livealben und Kompilationen:

1978: Live at Hammersmith (Live)
1980: Live… in the Heart of the City (Live)
1994: Greatest Hits (Kompilation)
1997: Starkers in Tokyo (Live Unplugged)
2003: The Best Of (Remastered) (Kompilation)
2003: The Silver Anniversary Collection (Kompilation, David Coverdale, Coverdale-Page)
2004: Definitive Collection (Kompilation)
2006: Live… In the Shadow of the Blues (Live)
2008: 30th Anniversary Collection (Kompilation)
2011: Live at Donington 1990 (Live)
2013: Made in Japan (Live)
2013: Made in Britain / The World Records (Live)
2014: Live in ’84 – Back to the Bone (Live)

DVD:

1984: Live in Japan
2006: Live in the Still of the Night

Singles und Eps:

1977: Whitesnake
1977: Lady
1977: Hole in the Sky
1978: Breakdown
1978: Bloody Mary
1978: Ain’t No Love in the Heart of the City
1978: Lie Down (A Modern Love Song)
1979: Long Way from Home
1979: Day Tripper
1979: Time Is Right for Love
1980: Fool for Your Loving
1980: Ready an’ Willing
1980: Ain’t No Love in the Heart of the City (Live)
1980: Sweet Talker
1981: Don’t Break My Heart Again
1981: Lonely Days, Lonely Nights
1981: Would I Lie to You
1982: Here I Go Again
1982: Bloody Luxury
1983: Victim of Love
1983: Guilty of Love
1984: Give Me More Time
1984: Slow An’ Easy
1984: Love Ain’t No Stranger
1984: Slide It In
1985: Standing in the Shadow
1987: Still of the Night
1987: Is This Love
1987: Here I Go Again ’87
1987: 1987 Versions (Japan EP)
1988: Give Me All Your Love
1989: Fool for Your Loving ’89
1990: The Deeper the Love
1990: Now You’re Gone
1994: Is This Love
1997: Too Many Tears
1997: Don’t Fade Away
2008: All for Love
2011: Love Will Set You Free

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