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Veröffentlicht am 05.04.2016 von Josef Buch

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Muse

Kosmonauten des Rock in stetiger Mission

Die Pioniere des New-Prog erfinden sich von Album zu Album stetig neu. Im letzten Jahres kam ihr aktuelles Album „Drones“ auf dem Markt, womit sie ein weiteres Mal beweisen konnten wie wandlungsfähig sie sind. Muse blieben dem handgemachten Alternative-Rock stets treu jedoch mischten sie diesen immer wieder aufs Neue mit aktuellen Trends aus dem musikalischen Mainstream. Ihnen gelingt damit seit Jahren die Gradwanderung zwischen musikalischer Vielschichtigkeit und der Fähigkeit bei den ganz großen Festivals das Publikum regelmäßig zum Kochen zu bringen.

Die Supergroup im Dreierpack

Das Herz des Power-Trios ist zweifelsohne der drahtige Frontmann Matthew Bellamy. Seine Markenzeichen sind die unverwechselbare wehleidige Stimme, die schrillen Outfits und seine Gitarrenarbeit ist ebenfalls ein echter Hingucker. Hin und wieder verschlägt es ihn auch ans Klavier, welches er ebenfalls mit der gewohnten Souveränität bedienen kann. Genauso wichtig für den einzigartigen Sound der Band ist der Bassist Christopher Wolstenholme verantwortlich. Kaum einem anderen Bassisten im aktuellen Rockgeschehen kommt eine so tragende Rolle zu wie ihm und drückt der Band so seinen markanten Stempel auf. Am Schlagzeug sitz Dominic Howard.

Er vermag das Herz eines jeden Schlagzeugers höher schlagen zu lassen

Er vermag das Herz eines jeden Schlagzeugers höher schlagen zu lassen. Muse sind eben vielmehr als nur gute Songwriter und Stimmungsmacher. Sie suchen nach immer neuen Sounds und deren Kombinationsmöglichkeiten und legen die Messlatte was Produktions- und Live-Sounds angehen gewaltig hoch. Aber so ist die Musik gemeint: episch, perfektionistisch und ein bisschen größenwahnsinnig. Dem Sänger Matthew Bellamy zufolge stellen die Songs einzelne Soundtracks futuristischer Traumwelten dar. Das hört man ihren Songs ganz genau an.

Muse – Dead Inside [Official Music Video]

Von der Kleinstadt auf die Bühnen dieser Welt

Gefunden hatten sich die Drei in der südenglischen Kleinstadt namens Teignmouth. Alle drei besuchten die selbe Schule und machten ihre ersten Erfahrungen in unterschiedlichen Schülerbands bis sich schließlich die endgültige Besetzung herauskristallisierte. Zu diesem Zeitpunkt fing Matthew an ernsthaft an eigenen Songs zu arbeiten. Als seine wichtigsten Einflüsse nennt er damals Nirvana und Radiohead. Zudem war die Sehnsucht der Einöde ihrer Kleinstadt zu entfliehen eine wichtige Motivation für alle. Nach ihrem Schulabschluss entschieden sich Muse, die damals noch „Rocket Baby Dolls“ hießen, entschlossen gegen ein Studium an der Universität und hatten Großes vor. Sie gewannen bald den lokalen „Battle Of The Bands Contest“ und veröffentlichten 1997 und 1998 ihre ersten EPs „Muse“ und „Muscle Museum“.

Sie gewannen bald den lokalen „Battle Of The Bands Contest“ und veröffentlichten 1997 und 1998 ihre ersten EPs „Muse“ und „Muscle Museum“

Bald darauf interessierten sich amerikanische Labels für die Band, die auch mittlerweile Muse hieß und sie kamen nicht viel später unter Vertrag. Für ihr erstes Album „Showbiz“ (1999) kamen sie unter die Fittiche von Produzent John Leckie, der schon mit Größen wie John Lennon, The Verve oder Radiohead arbeitete.

Muse – Madness

Es folgten Touren in den USA als Vorband der Red Hot Chilli Peppers oder den Foo Fighters. Doch bald konnten sie selbst die Hallen füllen und ihr endgültiger Durchbruch bescherte dann „Origin of Symmetry“(2001). Diesen Aufwärtstrend konnten sie mit dem Album „Absolution“ von 2003 sogar noch toppen. Sie hatten damit nun endgültig ihren Stil markieren können; episch-emotionale Kompositionen und ihre ganz eigene futuristische Ästhetik.

Der Hang zum Orchestralen und Sphärischen steigerte sich für die folgenden Alben „Black Holes And Revelaions“(2006), „The Resistance“(2009) und „The 2nd Law“(2012) bis ins Äußerste. Trotz aller guter Vorsätze sich immer größer und bombastischer zu inszenieren verloren sich Muse bei letzterem „The 2ndLaw“ ein wenig in technischen Spielereien. Das ganz ist dann anzusiedeln irgendwo zwischen symphonischem Elektro-Klängen und hymnenhaftem Progressive-Rock. Mit der Single „Survival“ steuern sie, um dem ganzen die Krone aufzusetzen, auch noch den offiziellen Song der Olympischen Sommerspiele in London 2012 bei.

Auf ihrem letzten Album „Drones“ von 2015 besinnen sich die Briten wieder mehr auf ihre Wurzeln zurück und präsentieren einen puristischen Sound, der an frühere Alben erinnern lässt. Dabei verleugnen sie aber keineswegs ihren Werdegang und gehen mit diesem reinen Konzeptalbum einen weiteren Schritt nach vorne. Da kann man nur gespannt sein wie es weitergeht!

photocredit: By swampa (http://www.flickr.com/photos/swampa/4309210040/) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

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