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Veröffentlicht am 17.02.2016 von nemesis

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Mark Boals

Die Malmsteen-Arie

Mark Boals dürften die meisten unter euch von seiner Arbeit für Yngwie Malmsteen her kennen. Der Ausnahmesänger war auch in andere Projekte involviert und mit Ring Of Fire brachte er seine zweite Solo-Scheibe auf den Markt. Der Vorgänger Ignition war 1998 nur in Japan erhältlich, bescherte ihm aber im Burrn!-Magazin die Wahl zum besten Sänger des Jahres. Mit Ring Of Fire läutet Mark aber auch ein kleines neues Zeitalter ein, wird er doch gemeinsam mit seinen nun fest integrierten Mitstreitern unter dem Namen Ring Of Fire als Band firmieren.

Unwissenheit – wo kommen wir denn da hin

Lustig wird es allerdings, als sich herausstellt, dass Mark von dem gleichnamigen Johnny Cash-Song noch nie etwas gehört hatte. Aber vielleicht gibt es auch wichtigeres. Zum Beispiel das Wetter in Los Angeles, von dem mir Mark vorschwärmt. Gute Lust hätte ich, ihm angesichts unseres momentanen Schnee-Einbruchs das Telefon aufzulegen. Aber schliesslich hat er ja keine Schuld daran. Und als ob es mit der Begeisterung noch nicht genug wäre, geht es gleich weiter: „In Japan erschien Ring Of Fire bereits im vergangenen November, und dort läuft es im Moment wirklich klasse für uns.

Manche zeigen sich überrascht, dass sich der Stil seit der ersten Scheibe in die neo-klassische Richtung gewandelt hat, doch die Platte kam allerseits gut an. Ich wollte diese Elemente mehr in den Sound einflechten, da mir das zum einen sehr gut gefällt und ich zum anderen natürlich auch meine Einflüsse aus anderen Bands, wie etwa von Yngwie, beziehe. Es gibt nicht mehr viele Bands, die sich diesem Stil verschreiben oder sonst etwas Neues präsentieren.“

„Garden Of Pain“

Während der Silbertaler in Japan boomt, geht es in Europa zwar auch gut bergauf, aber eben langsamer. „Ich finde es Scheiße, dass ich in den Staaten sitze, denn der Markt für unsere Musik ist einfach in Japan und Europa. Es kamen auch viele Anfragen, die erste Scheibe auch in Europa herauszubringen. Das wäre natürlich eine feine Geschichte, aber leider gibt es hierzu noch keine konkreten Pläne. Die Trendreiterei in den USA ist nicht mehr ganz so schlimm, aber schlimm genug.“ Wie auch diejenigen, die bisher beide Scheiben von Mark zu hören bekamen, mag auch er beide Silberlinge, trotz des Stilunterschiedes.

Band oder nicht Band

„Die neue Platte fand ich tiefer, irgendwie sicher auch in musikalischer Hinsicht technischer. Straighte Mucke macht viel Spaß zu spielen, aber es ist nicht tausendprozentig meine Welt. Ich hoffe, dass die Mischung aus anspruchsvoller Musik und eingängigen Melodien, wie wir es auch auf Ring Of Fire gemacht haben, eine Brücke für die Leute schlägt, um ihnen auch den neo-klassischen Teil des Metals näher zu bringen.“ Von der Umwandlung in eine Band war bereits die Rede.

Allerdings werden nicht alle Mitglieder, die auf dem aktuellen Output noch ihren Senf dazu gegeben haben, bleiben. „Ich wollte eine Band daraus machen, weil es einfach mehr Spaß macht. Außerdem ist es unter diesen Umständen viel einfacher zu touren. Wenn ich von anderen Musiker und Bands, in die ich involviert war oder es immer noch bin, eines gelernt habe, dann von Yngwie Malmsteen: Man sollte nicht ständig die Mitglieder der Band austauschen.

„Alone“

Ich hätte gerne weiter mit Tony MacAlpine (u.a.Planet X) gearbeitet, aber er ist für eine richtige Band einfach zu beschäftigt. Das hat mich schon ein wenig enttäuscht, doch ich hatte das Glück, wirklich tolle Mitstreiter zu finden. Hier stimmt das technische Vermögen ebenso wie die Chemie und die Emotionen. Man muss in einer Band zusammenarbeiten können. Die Chemie innerhalb der Band-Members ist es, die einer Band den Zauber verleiht.“ Stuart Smith macht es bereits vor: Unter dem CD-Titel Heaven And Earth veröffentlichte er eine Solo-Scheibe, auf der unter anderem Glenn Hughes mit von der Partie war, und auf der zweiten Scheibe war das Ganze plötzlich eine Band mit dem Namen Heaven And Earth.

Power United

„Das wusste ich nicht, als ich mich dazu entschieden hatte, aus der Sache eine Band zu machen. Ich habe den Namen deshalb gewählt, weil er einfach als Symbol für vereinigte Power steht. Tolle Musiker, die an einem Strang ziehen. Jeder bringt sein eigenes Feuer und seine Begeisterung mit ein.“ Vielen Bands scheint allerdings ein kleines Übel an den Fersen zu kleben: Da sind einige richtige Hämmer auf einer Scheibe und den Rest kann man vergessen. „Das habe ich auch schon festgestellt. Ich dachte schon, ich wäre der einzige, der so denkt. Gerade um das zu vermeiden, ist es wichtig, sich voll und ganz auf das, was man tut, zu konzentrieren.“

Loyalität steht bei Mark auch sehr hoch im Kurs. Er weiß mittlerweile, wie man mit seiner Hoheit Malmsteen umgehen muss, um sich nicht dem exzentrischen Verhalten dessen auszusetzen: „Yngwie schätzt gute Musiker. Er ist sehr eigen, doch man kann lernen, mit ihm umzugehen. Nach einer gewissen Zeit durchschaut man ihn schon. Ich persönlich kann sehr gut mit ihm arbeiten, doch ich finde, man sollte sich loyaler seinen Band-Mitgliedern verhalten als er es fabriziert. Rauft man sich zusammen, kann man vielleicht unterm Strich mehr erreichen, als wenn man nur seinen eigenen Kopf durch die Wand presst.“

Saxophon für die Rock-Kehle

Auch wenn Mark selbst die unterschiedlichsten Instrumente beherrscht, mit der Klampfe kommt er wohl gegen Yngwie nicht an. Allerdings sorgte er bei einem Konzert in Japan während einer Malmsteen-Tour für Furore: „Ich halte meine Stimme mit klassischem Gesang fit. Ich hatte nie Unterricht, habe mir das aber selbst beigebracht. Ich spielte auch Saxophon. Dieses Instrument ist mit dem Gesang sehr eng verbunden, allerdings schadet es den Stimmbändern eher. Also habe ich gelassen. Malmsteen´s Konzerte sind sehr anstrengend, und um genügend Luft für den Gesang zu haben, greife ich das zurück, was ich aus dem klassischen Gesang gelernt habe.

Einmal ergab es sich eben, dass ich eine Pucchini-Arie während eines Konzertes gesungen habe. Ich weiß nicht warum, aber ich kann meine Stimme ohne Probleme von Klassik auf normale Vocals umstellen. Die Leute waren auf jeden Fall total begeistert.“ Na, wie wär´s mal mit ´nem Duett mit Nightwish´s Tarja?!

Alben:

Solo:

Ignition (1998)
Ring of Fire (2000)
Edge of the World (2002)

Mit anderen Bands und Künstlern:

Yngwie J. Malmsteen:

Trilogy (1986)
Collection (1991)
Inspiration (1996)
Alchemy (1999)
War to End All Wars (2000)
Anthology 1994-1999 (2000)

Maestro Alex Gregory:
Paganini’s Last Stand (1992)

Billionaires Boys Club:

Something Wicked Comes (1993)

Thread:

Thread (1996)

Lana Lane:

Project Shangri-La (2002)

Erik Norlander:

Music Machine (2003)

Ring of Fire:

The Oracle (2001)
Burning Live in Tokyo – live album (2002)
Dreamtower (2003)
Lapse of Reality (2004)
Battle of Leningrad (2014)

Empire:

Hypnotica (2001)

Genius: A Rock Opera:

Part 1: A Human into Dreams‘ World (2002)
Part 2: In Search of the Little Prince (2004)

Takayoshi Ohmura:

Nowhere To Go (2004)

Lars Eric Mattsson:

War (2005)

Indigo Dying:

Indigo Dying (2007)

The Codex:

The Codex (2007)

Royal Hunt:

Collision Course… Paradox 2 (2008)
X (2010)

Uli Jon Roth:

Under A Dark Sky (Sky of Avalon) (2008)

Vindictiv:

Ground Zero (2009)
World Of Fear“ (2015)

Wolf:

Ravenous (2009)

Seven the Hardway:

Seven The Hardway (2010)

Jayce Landberg:

Good Sleepless Night (2010)

Iron Mask:

Black as Death (2011)
Fifth Son of Winterdoom (2013)

Mit Holy Force:

Holy Force (2011)

Bogusław Balcerak’s Crylord:

Blood Of The Prophets (2011)

Bei Kuni:

Rock (2011)

Mit Lyraka:

Lyraka Volume 2 (2012)
Joshua Perahia
Resurrection (2012)

Aktuellste Platte:
Mit Magnus Karlsson: Free Fall (2013)

Tribute albums:

Dragon Attack: A Tribute to Queen (1997)
We Will Rock You: A Tribute to Queen (2000)
Warmth In The Wilderness: A Tribute To Jason Becker (2001)
24/7/365: A Tribute To Led Zeppelin (2007)

Soundtracks:
„Restless heart“ from the film „White Water Summer“ (1987)

photocredit: By Dzimozz (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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