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Veröffentlicht am 27.07.2015 von nemesis

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Lakehurst

Lakehurst – wieder mal Brainstorming?

Manchmal ist es schon verwunderlich, welche vielversprechenden Bands ohne Vertrag durch die Gegend eiern. Die hessischen Lakehurst um Sängerin Nicki sind so ein Beispiel – und man kann eigentlich nur hoffen, daß die aktuelle der Band, „Miracles“, auch ohne Deal an eine Menge Leute kommt. Kurz bevor dieses Interview stattfand, hat sich Band wieder zusammengesetzt, um über die Stilrichtung zu sprechen, fahren Lakehurst doch noch immer zweigleisig: Einerseits mit eigenen Songs, auf der anderen Seite hat die Band eben die Produktion jener CD mit ihren vielen Auftritten als Cover-Band bestritten.

Fußfassen schwer gemacht

„In unserer Gegend mit eigenen Songs an Auftritte zu kommen, ist mehr als schwierig. So haben wir neben unserem eigenen Material auch eine Maxi-CD an die Mags etc. verschickt, um darauf aufmerksam zu machen, daß wir auch fremde Stücke in eigenem Gewand spielen. An sich ist das aber wirklich ein recht schwieriger Balance-Akt beizeiten. Bei uns im Frankfurter Raum ist es nicht sehr einfach, Fuß zu fassen, bei uns hat es aber mittlerweile geklappt. Es ist traurig, aber wenn ich hier eine tolle Band auf der Bühne steht, die in Richtung Dream Theater geht, kommt kaum ein Mensch zu den Gigs. Sollten wir allerdings einen Deal ergattern, werden wir auch hier bei unseren Auftritten mehr auf eigene Tracks umsteigen.“

Frauenpower

Zumal es auf die eingestreuten eigenen Songs der Band immer gute Resonanzen gab.

„Wir sind in der Lage, ein Live-Programm von vier Stunden abzuliefern und mit Nicki haben wir auch eine tolle, wandlungsfähige Sängerin, die die verschiedensten Stücke nachsingen kann. Selbst bei Bon Jovi-Sachen kommt sie verdammt gut an“, wirft Drummer Achim ein. „Sie macht eindeutig den größten Teil der Band aus, uns Musiker könnte man glatt auswechseln.“ Und plappert lachend ins Telefon: „Auch wenn sie manchmal rumzickt, hehe. Das sind wohl einfach Sachen, die man als Mann nicht versteht.“ Jaja, die versteh´n mehr nicht.

Wie die Jungfrau zum Kinde?

Mittlerweile hat die Band auch einen mehr als bemühten ‚Helfer’, der den Jungs und dem Mädel mal so richtig in den Allerwertesten getreten hat, daß auch außerhalb Frankfurts mit der Band mehr vorwärts geht. „Bevor Mike zu uns gestoßen ist und sich gleich so richtig ins Zeug gelegt hat, haben wir eigentlich so gut wie gar nichts unternommen. Wir haben ein paar Gigs gespielt und das war´s. Nun sind die CDs an die Magazine, die Radios gegangen – um solche Dinge haben wir uns zuvor noch nie gekümmert. Und an einen Plattenvertrag haben wir auch nie gedacht.“

Kein Weg nach unten

Das springt einem ja der Ehrgeiz förmlich ins Gesicht. Doch scheinen Lakehurst nun endlich selbst auch ihr Potential erkannt zu haben. So ist das nächste Ziel der Band auch, nächstes Jahr eine neue Platte aufzunehmen und mit den eigenen Stücken weiterzumachen. „Mike hat uns den nötigen Kick verpaßt“, lacht Achim. Wobei es Sängerin Nicki auch wichtig ist, das, was sich die Band bisher aufgebaut hat, nicht zu verlieren, wie sie zu bedenken gibt. „Ich möchte nicht, daß es weniger Auftritte oder weniger Besucher bei den Konzerten werden. Um ehrlich zu sein, ist mir bei dem Gedanken, durch einen Plattenvertrag sechs Wochen am Stück auf Tour zu sein, sehr mulmig. Wie sollte sich das mit Job und Kind vereinbaren lassen.“

Zu alt für die Bühne? Gibt´s sowas?

Dafür sollte sich dann aber bei dem Talent der Band doch auch eine Lösung finden lassen. Allerdings ist diejenige, mit der Lakehurst stehen und fallen, auch das Persönchen, die selbst am meisten Zweifel hat. „Die Leute wollen junge, knackige Mädels auf der Bühne sehen – und knapp zwanzig sind wir halt nicht mehr (allerdings auch nicht viel älter – und kennt Ihr jemanden, der mit einem Biff Byford ein Problem hat??). Wobei unser Drummer der größte Kasper ist – hier würde kein Mensch glauben, daß er über vierzig ist. Doch das feste Bandgefüge hilft mir bei meiner Unsicherheit sehr.“ Die man bei den Songs absolut nicht spüren bekommt. „Und auch die Reaktionen bei unseren Auftritten sprechen für uns.“ Das Songwriting wird bei den Hessen brüderlich und schwesterlich geteilt. „Meine Texte sind immer eine sehr persönliche Sache. Bei unseren eigenen Stücken mag ich auch keine vorgefertigten Melodien – die muß ich selbst machen, damit ich sie auch richtig rüberbringen kann. Meiner Meinung nach kann ich unsere eigenen Tracks auch besser singen als die Covers – diese muß ich mir stets erarbeiten. Aber das wohl mit jeweiligen Gefühlsleben eines Sängers zu tun.“

„Covers sollen trotzdem ihren eigenen Fingerabdruck haben“

Womit die sympathische Frontfrau mehr als Recht hat. Wobei sich das nächste Mitglied der Band, Otti zu Wort meldet: „Wir machen uns bei den Covers aber auch keinen Druck, sondern sehen es mehr als Spaß. Songs aus anderen Musikbereichen zu ändern, gefällt uns einfach tierisch, besonders, weil die Reaktionen auch entsprechend gut sind. Wir stellen auch unser Programm für jeden Auftritt neu zusammen – manche Stücke kramen wir da erste wieder mal nach einem halben Jahr aus dem Schrank.“ Liebe Leut´, ich kann Euch nur eines sagen: Schnappt Euch die aktuelle CD der Band, mehr Infos findet Ihr auf unserer Homepage bei den Reviews oder auch in der vorhergehenden Ausgabe des The Rock.

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