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Veröffentlicht am 14.10.2016 von Buch

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Jefferson Airplane

Sie gelten als die bedeutendste Band des Undergrounds im San Francisco der 60er Jahre. Als erste Band mit psychedelischem Ansatz erhalten sie bei RCA einen Plattenvertrag und 20.000 Dollar, um ihr erstes Album „Takes Off“ (1966) fertigzustellen. Mit „White Rabbit“ landen sie ihren ersten Hit.

„Feed Your Head“ wurde zum erklärten Schlachtruf der Acid-Rocker, die sich den vorherrschenden Weltentwurf entgegenstellten. Ihren ersten Hit „White Rabbit“ haben die Jungs dabei nicht mal selbst geschrieben, sondern war Teil eines Erbes der Band The Great Society, welches Grace Slick – Sängerin der Band – mitbrachte. Obwohl Drogensongs der Zeit von den Radiosendern boykottiert werden schafft es „White Rabbit“ auf Platz 5 der amerikanischen Charts. Ebenso waren die Inhalte des rhythmisch diffizilen Songs noch eher selten. Ihr Name Jefferson Airplane machte durch gleich zwei Verhalte auf sich aufmerksam. Zum einen beinhaltete er den Namen eines amerikanischen Präsidenten, zum anderen gab er ein technisches Bild ab.

Dabei bedeutete der Begriff im Slang der Szene etwas ganz anderes, nämlich ein gespaltetes Pappstreichholz, welches dazu diente, einen Joint ganz aufrauchen zu können, ohne sich dabei die Finger zu verbrennen. Der Gründer Marty Balin war vorher Kunstmaler, entdeckte dann die Beatles und machte seine eigene Rock´n´Roll-Band auf. Schon bald gründen sich die Jefferson Airplane und der Club Balins wird zur zweiten Heimat der Band. Nachdem sie ihren Vertrag von RCA erhielten wurde die Band zum Top-Act der Hippie-Szene.

Erstes Album

„Takes Off“ wird trotz einiger musikalischer Schwächen zum Riesen-Erfolg. Mit The Great Society bestreiten die Band viele Konzerte. Als Erstere auseinanderzubrechen droht, verpflichtet Paul Kanter die Sängerin Grace Slick für Jefferson Airplane und macht sie später zu seiner Frau. Grace ergänzte die sanfte Stimme Balins hervorragend. Spielerisch gehen beide mit den spontanen und unvorhersehbaren Rhythmen des Gitarristen um. 1969 erscheint ein Live-Album namens „Bless Its Pointed Little Head“ auf welchem man das gut nachempfinden kann.

Schon 1967 folgt das zweite Studioalbum namens „Surrealistic Pillow“. „White Rabbit“ und das vom Sex im LSD-Rausch handelnde „Plastic Fantastic Lover“ werden weggelassen und stattdessen mit drei Songs des ersten Albums aufgefüllt. Während „White Rabbit“ in den USA nur teilweise gespielt wurde, wurde es in Großbritannien ganz verboten. In ganz kurzer Zeit entwickeln Jefferson Airplane ihren Folk-Sound Richtung beatlastigen Acid-Rocks, welcher auf den beiden 1968er Alben „After Bathing At Baxter´s“ und „Crown of Creation“ verewigt ist. Ihre Songs versuchen Rauschzustände nachzuempfinden, bleiben trotz musikalischer Experimente aber hörbar und melodisch. Ihre Live-Konzerte waren von einer wirren Lichttechnik begleitet und nicht selten endeten die Konzerte in langen Jam-Sessions. Acid Rock geht schon bald um die ganze Welt. Als die Hippie-Szene in San Francisco langsam zerfällt, und auch die negativen Auswirkungen der Drogen zum Vorschein kommen wenden sich Jefferson Airplane vom Acid Rock ab und produzieren 1969 ein politisches Album namens „Volunteers“.

Zerfall der Band

Die Bandmitglieder gehen schon bald nach „Volunteers“ ihre eigenen Wege. Es folgen noch zwei Alben der Band, „Bark“ von 1971 und „Long John Silver“ von 1972. Die Alben hatten jedoch darunter zu leiden, dass Paul Kantner seine besten Songs für seine Solokarriere zurückhielt. Jefferson Airplanes Ende scheint in Sicht. Sie gründen noch ein eigenes Label namens Grunt, was aber eher den Solokarrieren Kantners und Grace Slicks zugutekommt. 1974 veröffentlichen beide, nun als Jefferson Starship, das Album „Dragonfly“. Doch dem musikalisch guten Album fehlt es an der kreativen Energie vergangener Werke. Als Balin wieder zu der Band findet geschieht ein Wunder. Der Longplayer „Red Octopus“ von 1975 wird zum kommerziell bislang erfolgreichsten Album der Band.

Die Folgealben „Spitfire“ und „Earth“ können jedoch nicht anschließen. Darauf stirbt der Drummer bei einem Autounfall und Kantner und Slick trennen sich. Mit Kantner verschwindet auch das Jefferson aus dem Namen. Zurück bleibt Starship. Es entstehen zwar die größten kommerziellen Erfolge seit Bestehen der Band, wie mit „We Built This City On Rock`n`Roll“ oder „Nothing´s Gonna Stop Us Now“, doch die innovativen Zeiten des Zusammenwirkens von Kantner und Balin sind vorbei. Ende der 80er Jahre kommt es im Zuge der Revival-Welle zu einem Comeback der Band in Originalbesetzung. Doch das Album „Jefferson Airplane“ klingt eher schwach und nostalgisch.

Das Rolling Stones Magazin betitelt diesen Versuch des Comebacks als das unerwünschteste des Jahres. Eigentlich hätte die Band das Comeback auch gar nicht nötig gehabt. Jefferson Airplane prägten seit dem Ende der 1960er Jahre eine ganze popmusikalische Epoche der Westküste.

photocredit: https://en.wikipedia.org/wiki/File:Jefferson_Airplane.jpg

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