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Veröffentlicht am 25.11.2016 von Buch

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Jack Bruce

Bassisten bauen Skelette, musikalische Skelette. Diese Formel änderte sich mit Jack Bruce. Er war der erste Bassist, der den Bass aus seiner begleitenden und dienenden Rolle der Rhythmusgruppe heraushob. Er etablierte den Bass zu einer melodischen Führungsstimme, die das Spielgeschehen mitgestaltete. Jack Bruce gehörte für kurze Zeit auch dem Millionenunternehmen Cream an. Zusammen mit Eric Clapton und Peter Baker löste er die starren Songstrukturen, die bis dato galten, einfach auf. Stattdessen ausufernde Improvisationsorgien, bei dem sich Bruce am Bass auch mit der Gitarre duellierte. Jedoch führte diese Entwicklung leider auch zur Auflösung der legendären Band.

„Wir kämpften nur noch um die melodiöse Vorherrschaft in jedem Song“, so Jack Bruce einmal über die letzten Tage Creams. Viele Diskussionen entfachten nach der Auflösung der Band, wer denn nun eigentlich den Sound prägte. Darunter sind auch Stimmen, die sagen, dass Jack Bruce nicht nur Bestandteil der Band war, sondern mit seinem virtuosen Spiel als der Cream-Protagonist zu nennen sei. Jedoch wurde ihm der Erfolg der Supergruppe schnell zum Fluch. Viele Fans wollten immer nur die Klassiker hören und stoppten so die Weiterentwicklung der Band.

Anfänge auf dem Cello

Am 14. Mai 1943 wird John Simon Asher, genannt Jack Bruce, in der schottischen Grafschaft Lanarkshire geboren. Mit seinen musikalischen Eltern bereiste er Kanada und die USA und machte nach 14 Schulwechseln seinen Abschluss schließlich an der Bellahouston Academy. Für sein Studium der Musik an der Scottish Academy of Music erhält Bruce ein Stipendium. Seine Fächer: Violoncello und Komposition. Lange hielt er es dort aber nicht aus. Jack Bruce mochte Quintparallelen, die für die klassische Musik eine Todsünde darstellen. Bruce tummelt sich daraufhin mit seinem Kontrabass in Studentenkneipen herum. Seine Dozentenschaft rügte seine musikalischen Fremdgänge und Bruce bricht sein Studium endgültig ab.

Fortan verdient er sein Geld als Fensterputzer und steckt fortwährend in finanziellen Schwierigkeiten. Wenig später spielt Jack Bruce in seiner ersten Band und lernt den Schlagzeuger Ginger Baker kennen, mit dem er eine enge, aber auch spannungsgeladene Freundschaft pflegt. 1962 wird er Mitglied der ersten britischen Rhythm & Blues-Band namens Blues Inc.. Ein Jahr später verlässt er die Band um zusammen mit Ginger Baker, John McLaughin und dem Organisten Graham Bond eine eigene Gruppe zu gründen. Sie nennen sich die Graham Bond Organisation. McLaughin wird schon bald durch einen alten Weggefährten von Jack Bruce ersetzt: Saxofonist Heckstall-Smith. Die engen Verstrickungen innerhalb der Rhythm & Blues-Szene zeugen im Nachhinein betrachtet von einer damals noch sehr überschaubaren britischen Szene.

Erste Begegnung mit Eric Clapton 1965

1965 lernt Jack Bruce den Gitarristen Eric Clapton kennen. Bruce spielt noch immer in der Graham Bond Organisation, spielt jetzt aber E-Bass statt Kontrabass. Jack Bruce sagte einmal, der Anlass für den Wechsel auf den E-Bass wäre ein Geschenk in Form einer bundlosen Bassgitarre gewesen. Der E-Bass passte zudem auch besser zu der Lautstärke der Band. Mittlerweile Familienvater geworden, brachte ihm seine Tätigkeit zwar künstlerische Befriedigung, jedoch nicht genug Geld, um davon leben zu können. Ende 1965 wechselt Bruce zu Manfred Mann und landet mit „Pretty Flamingo“ einen Hit.

Nachdem das sein Konto wesentlich aufbesserte, fühlte er sich nun aber musikalisch frustriert. Mitte 1966: Baker ruft Bruce an, und der Anfang der legendären Band Cream wird eingeläutet. Mehr als 50 Millionen verkaufte Tonträger zeugen noch heute von dem Einfluss dieser Formation. Doch erst nach dem Zusammenbruch der Supergruppe wird der Weg für eine eigenständige musikalische Entwicklung frei.

Jack Bruce

„Songs For A Tailor“

So nannte sich das erste eigene Album von Jack Bruce, erschienen im Jahre 1969. Die markanten Hooklines kamen vom Bass, unterstützt von punktierten Bläsereinsätzen. Zudem sang Bruce mit kehliger Stimme. Das Album landete auf Platz 8 der britischen Charts und fand auch in den USA große Beachtung. Der Stil des Albums gleicht einer Mische aus Rock, Blues und Jazz. Bruce kann als einer der wichtigsten Rockkomponisten seiner Zeit genannt werden. Das nächste Album „Things We Like“ ist leider nicht ganz so erfolgreich wie das Debütalbum, obwohl es ihm in nichts nachsteht. 1971 folgt „Harmony Row“. Jack Bruce sucht in seiner Musik nach neuen Artikulationsformen in der Rockmusik. Mit dem schwarzen Schlagzeuger Tony Williams tut sich Jack Bruce anschließend zusammen und gründet die Band Tony Williams Lifetime. Im nachhinein resümierte Bruce einmal: „Ich habe niemals zuvor so eine musikalische Entladung von Energie erlebt. Lifetime war damals zweifelsohne die weltbeste Band.“ Auch das Magazin Melody Maker bestätigt Jack Bruce und gibt ihm den Titel als weltbester Bassist. Weitgreifende Intervallsprünge, trickreiche Synkopen und rhythmische Verwirrungen mit Swing sind das Vokabular des Bassisten.

West, Bruce & Laing

Nachdem Jimi Hendrix, mit dem er auch schon Projekte plante, stirbt und seine Band auseinanderbricht, kehrt Jack Bruce bewusst zu seinen „heavy roots“ zurück und gründet die Band West, Bruce & Laing. Heraus kam schlichter Hardrock. Es folgen Kollaborationen mit Künstlern wie Frank Zappa. „Out Of The Storm“ erscheint 1974. Jack Bruce spielte auf diesem Album alle Instrumente selbst ein. 1975 gründet er die Jack Bruce Band. Doch Bruce spielerische Finessen gehen in der Dynamik der Rockquintetts öfters mal unter. Schon bald wird die Slapping-Technik erfunden. Bruce wandte sie nie an und sah in ihr nur eine billige Effekthascherei. Bruce konzentrierte sich immer mehr auf seinen Gesang. Gleichzeitig spielte er auch noch Bass.

Eine Kunst, die nicht jeder beherrscht. 1983 erscheint sein technizistisches Werk namens „Automatic“. Das Computerzeitalter geht auch nicht an dem Weltklasse-Bassisten vorbei. Jedoch fehlt es dem Album an Wärme, die man höchstens in seiner Stimme findet. 1989 erscheint „A Question Of Time“ auf dem Bruce und Baker erstmals wieder vereint sind. 1993 folgt auch eine zeitweilige Reunion mit Eric Clapton auf dem Album „Somethin´ Els´“. 1993 wird er zusammen mit Cream in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen. Nach weiteren Alben stirbt Jack Bruce am 25. Oktober 2014 im Alter von 70 Jahren. Er bleibt als ein Musiker in Erinnerung, der sich den Formatierungen und Kategorien der Popmusik nie unterwarf und ihr immer wieder mit Substanz entgegnete.

photocredit: By Heinrich Klaffs [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

By Christian Sahm [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

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One Response to Jack Bruce

  1. Hans Stahnke says:

    Hallo,
    kann der Schreiber nicht mal richtig bei Wikipedia abschreiben? oder vernünftig recherchieren? Fehler und Auslassungen stellen sich so ein.
    a) Er hieß John Simon Asher Bruce, genannt Jack
    b) Er starb mit 71 Jahren. (Mai 43 – Oktober 2014)
    c) Kollaborationen mit Zappa: Ein Titel wurde gerade aufgenommen. Dafür eine dreifach LP Mit Carla Bley
    d) Out of the Storm wurde nicht im Alleingang aufgenommen, Er waren
    Jack Bruce, Steve Hinter, Jim Keltner bzw. Jim Gordon. Das steht sogar auf der CD Hülle, auf der Lp auch. Kann man ja mal nachgucken!

    Die Entstehung von Cream war anders, Clapton wollte Bruce und Baker war erst dagegen.
    Und es ist ne Frechheit, die letzten dreißig Jahre in einem Absatz abzutun.
    Naja, so ist es halt, der eine schreibt beim anderen ab und am Ende kommt irgendein getretener Quark raus.
    Dabei gibt es ne prima Biografie von Harry Shapiro Die hätte man mal konsultieren können, setzt aber die Beherrschung der englischen Sprache vorus.
    Gruß aus Kiel

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