Interviews

Veröffentlicht am 13.03.2016 von nemesis

0

Interview – Rob Rock

Das Geheimnis guter Shouter

Vielen dürfte der Sänger vor allem von den Impellitteri-Alben bekannt sein, allerdings war Rob auch schon mal bei Axel Rudi Pell zu hören. So kam mit Rage Of Creation sein erstes Solo-Album, das seinen anderweitigen Betätigungsfeldern in nichts nachsteht und eigentlich zu den absoluten Highlights in diesem Monat zählt. Mittlerweile hat sich Rob von Chris Impellitteri verabschiedet, Sorgen sollte ihm angesichts des genialen Materials aber nicht bereiten. Und er war selbst auch stolz wie Oskar auf den Longplayer – das erste eigene Baby sozusagen.

Na, schauen wir mal, was den Guten da so bewegte:

„Ich bin mit der Scheibe und den Songs total glücklich. Ich habe das Gefühl, dass es das beste Album ist, das ich bisher in meiner Laufbahn abgeliefert habe. Roy Z hatte an der Platte sehr großen Anteil, und sein Talent hat mir unwahrscheinlich geholfen, mein Ziel zu verwirklichen und zu erreichen. Wir können super zusammen Songs schreiben und wollten schon immer mal eine Scheibe gemeinsam auf die Beine stellen.

Als wir nun die Gelegenheit dazu hatten, war es wie ein Traum, der für uns wahr geworden ist“, zeigt sich Rob wirklich happy. „Das Songwriting haben Roy und ich komplett übernommen, außer natürlich das Abba-Cover ‚Eagle‘, haha. Es ist insofern also mein Baby – mit einem großen Anteil von Roy´s Unterstützung. Für Live-Auftritte, die anstehen, werde ich versuchen, einige Musiker hier aus Florida zu gewinnen.“

Beides unter einen Hut

Sicher interessant dürfte für die Fans auch sein, weshalb Rob nun nicht mehr bei Impellitteri in Brot und Dienst steht. „Ich wollte mit Impellitteri immer weiterarbeiten und meine Solo-Karriere und Impellitteri miteinander vereinbaren. Zuerst war Chris auch damit einverstanden Als ich aber meine Scheibe fertig hatte, hat er plötzlich seine Meinung geändert. Er wollte, dass ich mich zwischen meiner Solo-Geschichte und Impellitteri entscheide. Ich fand es wirklich nicht fair, dass er mir ein Ultimatum gesetzt hat.

Ich entschied mich für meinen eigenen Weg. Wir sind nach wie vor befreundet, aber jeder macht nun eben sein eigenes Ding. Es war wohl an der Zeit für mich, etwas Neues zu starten.“ Vergleicht man Rage Of Creation“mit so manchem Material von Chris, gewinnt man den Eindruck, Rob´s Interpretation sei bei seiner Solo-Scheibe einfach stärker. Und das obwohl er auch bei Chris die Lyrics und Vocal-Lines geschrieben hat. Dieses steht allerdings nicht in jedem Booklet…. „Ich denke, die Umsetzung ist in diesem Fall wirklich eine andere, und auch die Mischung innerhalb der Instrumente ist anders gestaltet. Bei Chris dominieren die Gitarren (wohl kaum ein Wunder, wenn der Bandkopf Klampfer ist).

Wenn es Noten fürs Schwärmen gäb

Die Klampfe ist König. Bei mir ist der Song der King. Roy hat mit dem Mix eine super Arbeit abgeliefert, alles ist da, wo es sein soll. Die Instrumente sind richtig in Szene gesetzt, die Vocals haben den richtigen Sitz. Er ist ein großartiger Produzent, und das war auch der Schlüssel zu dieser Scheibe, nicht allein die Kombination. Wir wollten eine echte Interpretation und tolle Songs. Das macht in meinen Augen den Unterschied in dieser Hinsicht.“

Rob zählt unbestritten wohl zu den besten und auch ausdrucksstärksten Metal-Sänger auf diesem Erdboden. Nun gibt es ja Leute, die behaupten, ein Sänger wäre dann gut, wenn er sich anpassen könnte, als auf gewisse Art Schauspieler wäre. Andere wiederum vertreten die Meinung, ein ‚richtiger‘ Sänger sei der, der nur Songs trällern kann, die ihm aus dem Herzen sprechen. Wat denn nu? „Zu allererst muss ein Sänger das gott-gegebene Talent haben, mit dem Singen anzufangen. Dann muss er sein Talent entwickeln und durch seine eigenen Songs lernen, sich auszudrücken.

Er muss lernen, wie Ausdruck zur Kommunikation wird. Wenn er auf das Publikum eingehen kann, dann wird er gute Resonanzen bekommen. Der Schauspieler unter den Sängern ist mehr der kopflastige Typ, der tut, was verlangt wird. Jede Musik braucht Seele, und das kommt von ganz tief drin. Das Kopfgesteuerte ist nur ein kleiner Ausschnitt, was man dem Publikum geben kann, aber dennoch gibt man den Leuten in diesem Moment auch einen Teil von sich, da man sich ja auch in dieses Material hineindenkt und –fühlt.

Die Zutaten für große Sangeskünste

Ehrlichkeit, Interpretation und rohes Talent machen einen großen Sänger aus, besonders, wenn er einen großartigen Song zu singen hat.“ Hm, sollte den Nachwuchs-Lalalas unter uns zu denken geben. Ebenfalls eine gute Aussage hat Rob bezüglich des Berurteilung von Musik parat. Impellitteri zählen zum White Metal-Lager, welches man im eigentlichen Sprachgebrauch auch einfach Christian Metal nennt. Gläubige Metaller halt.

Und dass die nicht immer einen leichten Stand hatten (siehe Stryper, die es mit Bibeln-unters-Volk-werfen bei Konzerten aber auch ein wenig übertrieben haben), ist auch einigen bekannt. Rob kommentiert es mit einem lockeren: „Eine Bands sollte ausschließlich nach ihrem Talent und musikalischen Ambitionen beurteilt werden.“ Wo er Recht hat, hat er recht, und insofern gibt es dieser Aussage auch nichts mehr hinzuzufügen.

photocredit: https://www.facebook.com/188237273606/photos/pb.188237273606.-2207520000.1457872176./10150122462268607/?type=3&theater

Tags: , , , ,


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top ↑