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Veröffentlicht am 18.03.2016 von nemesis

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Hammerschmitt – ein Neustart

Wer Hammerschmitt das erste Mal zu Lauschern bekam, konnte sich wohl kaum vorstellen können, dass sich hinter dieser Band mal etwas eher heavy lastigen, melodisches versteckt hat. Manchen unter euch wird sicher die Band Pierrot, und sei es nur durch den Song „Gott hat gesagt“, der seit geraumer Zeit durch die Discos eierte, etwas sagen. Für diejenigen unter uns, für die Rock zu dieser Zeit noch nicht die große Rolle gespielt hatte, oder an denen Pierrot einfach vorbeigegangen war, erzählte Basser Armin Zelzer ein wenig was zur Zeit vor Hammerschmitt.

Über die Zeiten mit Pierrot

„Pierrot wurden 1985 gegründet und die Besetzung ist bis heute die gleiche geblieben – auch heute noch die gleichen Leute, lach. Zu Anfangs spielten wir ausschließlich Cover-Versionen aus dem Judas Priest-, Saxon- und Kiss-Lager. Gegen 1992/93 entschlossen wir uns dann deutschsprachige Rockmusik zu machen. Unserer Meinung kommt es einfach authentischer und ehrlicher rüber. Zudem sind und waren die meisten der Heavy-Bands von jeher englisch-sprachig unterwegs, und man konnte sich schon allein dadurch nicht aus der Masse herausheben, bzw. man war eine Band unter vielen, was diesen Aspekt betrifft. Zur damaligen Zeit gab es kaum Metal-Bands, die mit deutschen Texten arbeiteten.

Die Akzeptanz seitens der Presse und der Fans hielt sich gelinde gesagt auch in Grenzen. Daher war dieser Schritt für uns auch nicht leicht.“ Genau die deutsch-sprachigen Bands sind es aber, die ab einer gewissen Zeit noch am ehesten den Sprung aus dem Metal-Lage in die Radios schaffen, auch wenn man den Namen Rammstein langsam aber sicher, manchmal auch schneller nicht mehr hören konnte. Die Neue Deutsche Härte war geboren. Aber noch einmal kurz zur Entwicklung von Pierrot zu Hammerschmitt – und damit auch in die musikalische Richtung, die man durch Bands Die Krupps und Megaherz kennt.

Neuer Name, neuer Sound und auf geht´s

„Unsere CD Die Zeit ist reif erschien 1995 über Long Island Records, die kurz nach der Veröffentlichung der Scheibe pleite gingen. So hatten wir trotz guter Kritiken und der Unerstützung durch den Label Chef keine Chance mehr, einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Wir fielen in ein Loch und alles, was wir taten, war Cover-Songs auf Biker-Treffen zu spielen. Die Luft war einfach erst mal raus. Es waren aber letztendlich die Wut und di Enttäuschung, die uns den nötigen Tritt in den Arsch verpasste, um noch einmal von vorne anzufangen. Mit neuem Namen und neuem Sound.

Der Name Hammerschmitt hat in uns allen nochmal das Feuer geweckt und ins inspiriert

Der Name Hammerschmitt hat in uns allen nochmal das Feuer geweckt und ins inspiriert, besser, härter und auch ehrlicher zur Sache zu gehen. Ich hatte auch den Eindruck, dass man das als Hörer spürte.“ Mit dem Münchener Label MTM hatten Hammerschmitt zudem einen Partner direkt vor der Haustür, was sicher auch nicht von Nachteil war. „Sicher, das stimmt. Zudem stand Mario, der Label Boss voll und ganz hinter unserer Scheibe. Er legt die gleiche Leidenschaft und Enthusiasmus an den Tag wie wir. Das hat die Entscheidung, wie wir weiterverfahren wollten, natürlich erleichert.“

In Rahmen der ersten CD stand in München seinerzeit die Release-Party von Hammerschmitt (so auch der Name des Debuts) an. „Wir waren total happy, dass MTM diesen Abend möglich gemacht haben. Es lief wirklich toll. Es war eine hervorragende Gelegenheit, uns zu präsentieren, und auch die Reaktionen waren durch die Band positiv. Ich hatte gehofft, dass es sich auch herumsprechen würde, dass wir live ganz schon einheizen können und eine kleine Macht sind.“ Und in dem Rahmen machten Hammerschmitt auch die kommenden Jahre hauptsächlich von sich reden.

Kein Nachgeäffe

Wir sind eine Band, die sich ständig weiterentwickelt

Mancher, der ein wenig kurzsichtig denkt und dachte, dürfte angehörts des Sounds von Hammerschmitt die Band sofort in eine Ecke mit Rammstein und Co. Geworfen haben, zumal auch die Aussprache in die gleiche Richtung tendierte. „Wir sind eine Band, die sich ständig weiterentwickelt, und unserer Meinung nach sind wir auch durchaus abwechslungsreich unterwegs und von vielen verschiedenen Stilen beeinflusst. Wir wollten den Gesang nicht wie viele andere Bands dieser Richtung in den Vordergrund stellen, sondern ihn in das Gesamtgefüge miteinbauen. Für uns war unsere CD auch so etwas wie die Rückkehr zu Gitarre. Ich fand zudem, dass Benjamins (Kroiß) Gesang bei einigen Tracks melodischer ist als der von manch anderen Vertretern der Neuen Deutschen Härte. Obendrein schafft es Benjamin, verschiedene Stimmungen auszudrücken, was natürlich sehr positiv ist, da auch ein gewisser Wiedererkennungswert gegeben ist.

Vergleiche zu Rammstein mögen manchen wohl ins Gedächtnis kommen, aber wir haben schon lange mit deutschen Texten gearbeitet… lange bevor Rammstein überhaupt irgendwer kannte. Solche Übereinstimmungen sind also zufälliger Natur. Wir sind in unserer Entwicklung zwar härter geworden, doch ich denke auch, dass für die alten Pierrot-Fans noch was in unseren Stücken etwas dabei ist. Pierrot wird immer ein Stück von uns bleiben, aber Hammerschmitt ist unser Leben. Ich persönlich kenne auch keinen früheren Fan der Band, der nicht auch Hammerschmitt Fan wurde.

Das Kind beim Namen nennen

Die Leute merken, wenn man ehrliche Arbeit abliefert und nicht der Kohle wegen Scheiße fabriziert. Und wenn die Leute das verstanden haben, bekommt man auch eine Chance und kann seinen Weg gehen. Und ich bin mir ganz sicher, dass wir unseren gehen.“ Dass dieser Weg nicht mit Friede-Freude-Eierkuchen-Texten gepflastert ist, wurde schon bei Pierrot deutlich, doch auch als Hammerschmitt lassen die Jungs keine Gelegenheit aus, dem Hörer die Augen zu öffnen. Anprangern von Kindesmissbrauch ist nur ein Thema, um das es sich bei Hammerschmitt dreht, die absolut kein Problem damit haben, dass Kind beim Namen zu nennen und die Gesellschaft auch bei Zeiten als das zu outen, was sie ist. Wo andere verherrlichen, beziehen Hammerschmitt Stellung.

„Die Leute zum Nachdenken anzuregen war einer der wichtigsten Gründe, deutsch zu singen. Man soll sich selbst erkennen, auch wenn es manchmal weh tut. Wozu soll man Songs schreiben, wenn sie niemanden berühren? Wir sind eine Band, die auch mal unbequem ist. Mit dem Song „BSE“ waren auf diesem Album auch zeitgemäße Themen unterwegs, und solche Themen, wie sie etwa bei „Opferlamm“ oder „Fleisch“ zum Tragen kommen, kann man nicht verschweigen. Menschliche Abgründe kennen wir genug, und es gibt viel Stoff für weitere Hammerschmitt-Songs. Diese kranke Welt wird uns in dieser Hinsicht leider nicht enttäuschen.“

Studioalben:

Hammerschmitt (2000)
Mein Herz (2005)
12 – Jenseits der Stille (2011)

Konzertalben:

20 Jahre für die Ewigkeit (2006,)

Singles:

Heimat (2012)
Auserwählt (2012)

Eps:

Born To Rock – Vol.1 (2013)

Demos:

Hammerschmitt (1997)
Crazy (2002)

DVD:

20 Jahre für die Ewigkeit (2006)

photocredit: https://www.facebook.com/hammerschmitt/photos/pb.134244609947661.-2207520000.1458321555./1059953050710141/?type=3&theater

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