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Veröffentlicht am 20.06.2016 von Buch

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Eric Burdon

Im Grunde liegt im Animals Song „House Of The Rising Sun“ schon die ganze Essenz des Eric Burdon. Sein machtvoller Bariton legt sich lässig über die gebrochenen Akkorde, durchschneidet die Melodien mit enormer Präsenz und treibt die anschwellende Dynamik locker vor sich her. Eine Stimme die in aller Ruhe bebt, und hinweg fegt was sich ihr in den Weg stellt. „House Of The Rising Sun“ wurde zu eines der größten Hits der Rockgeschichte und Eric Burdon zu dem britischen Rocksänger der 1960er Jahre.

Alan Price wurde am 19. April 1941 in Fairfield, County Durham geboren. Im Jahr 1957 bricht der junge Keyboardspieler seine Lehre zum Steuerinspektor in der Hafenstadt Newcastle ab und gründet eine Band. Ein mutiger Schritt, erst recht für damalige Verhältnisse. Keiner hätte Ende der 1950er ahnen können, dass die Nachfrage an Schallplatten und neuer Musik im kommenden Jahrzehnt sprunghaft ansteigen würde. 1958 wurde Muddy Waters auf seiner Tournee durch Groß Britannien noch ausgebuht, weil er elektrische Gitarre spielte, was für Kommerz und Ausverkauf der Musik stand. 1960 rücken die Shadows auf den Plan und sprgen mit ihrem Song „Apache“ für Akzeptanz der elektrischen Gitarre. Schon bald spielte jede britische Band Rhythm & Blues. Newcastle mausert sich unterdessen zum beliebten Anlaufpunkt der Szene. Alan Price ist schnell klar, dass er diese Art Musik spielen möchte.

Eric Burdon, geboren am 11. Mai 1941 in Newcastle, verliebt sich ein paar Straßenecken weiter in ein dunkelhäutiges Mädchen. Der Arbeitersohn arbeitete nach seiner Schulzeit als Kohlenkumpel und später als Werftarbeiter. Danach ging er eine Weile zur Art School, da er ein Interesse an der schwarzen Kultur entwickelt hatte. Ein befreundeter Seemann brachte ihm regelmäßig Schallplatten mit und schon bald verfügte Burdon über eine erlesene Plattensammlung. Besonderen Eindruck auf ihn machten die Sänger Wynonie Harris und Louis Jordan. Burdon wusste, dass er auch eines Tages so singen möchte. Burdon interessierte sich nicht nur für die Musik, sondern auch deren Lebensumstände in den Vereinigten Staaten, sammelte Fotos und Berichte über die Rassendiskriminierung und ihre Hintergründe. Burdon spielt schon bald in mehreren Bands. Später sagte man von ihm, dass er die schwärzeste Stimme hatte, die je jemand mit in den Blues brachte.

Alan Price Combo

1962 steigt Burdon in die Alan Price Combo ein. Ihr Repertoire bestand überwiegend aus Coverversionen der R & B-Ikonen. Eric Burdon am Mikrophon verlieh der Band eine neue manische Qualität: Er röhrte mit enormer Kraft, um dann wieder zu flüstern und zu wispern. Auch die Bühnenshow der Band wird ekstatischer und ruppiger. Ihre Auftritte wurden schon bald zum Renner in den Clubs von Newcastle. Die Fans selbst ignorieren den Bandnamen und taufen die wilden Jungs Animals. Noch fast 2 Jahre später müssen die alle aus proletarischen Verhältnissen stammenden Musiker ihren Tagesjobs nachgehen.

Durchbruch in London

Im Januar 1964 siedeln die Animals schließlich nach London um. Nun waren sie keine No-Names mehr. Einen Monat zuvor hatten sie ihren ersten Radioauftritt bei der BBC. In London standen Ihnen die Türen offen. Im Juni 1964 erschien bereits ihre zweite Single – die Single die alles veränderte. Noch im Juli 1964 steigt „House Of The Rising Sun“ an die Spitze der britischen und amerikanischen Charts. In den kommenden 18 Monaten folgten weitere Top Ten-Hits: „I´m Crying“, „Don´t Let Me Be Missunderstood“, „Bring It On Home To Me“, „We´ve Got To Get Out Of This Place“ und „It´s My Life“. Die Animals wurden zur festen Größe des britischen Rock. Eine Schwäche der Band trat jedoch auch schnell zutage: Weder Burdon nach Price waren dazu in der Lage, eigene gute Nummern zu schreiben. Stattdessen klebten sie an Coverversionen ihrer Rhythm & Blues-Idole um so ein abendfüllendes Repertoire vorweisen zu können. Doch aus der Not entstand die Tugend, die Songs so authentisch wie möglich zu Performern und klingen zu lassen, als wären es die eigenen Stücke.

Bandprobleme der Animals

Während Burdon immer mehr in den Blickpunkt rückte entschloss sich Alan Price 1965 die Band zu verlassen um seine eigene Combo zu gründen. Burdon wird zum unumstrittenen Kopf der Animals, doch die Kräfte gingen weiter auseinander. Burdon und Price liefern sich schon bald eine Schlacht in der Auseinandersetzung um die Rechte an „House Of The Rising Sun“. 1966 löst Burdon die Band auf und zieht in die USA. Die dort herrschende Rassendiskriminierung wirkt auf den Sänger wie ein Schock. Angeturnt von zu viel LSD zieht es Burdon nach San Francisco, wo er schon bald die New Animals gründet. Es entstehen hypnotische Songs über rudimentäre Grundriffs. Burdon singt nicht mehr, er spricht. Doch schon bald muss Burdon die bittere Erfahrung machen, dass die Rassendiskriminierung eine zweiseitige Medaille ist. Von den Schwarzen wird er als Weißer ebenso ausgeschlossen, wie die Weißen an jenem Ort die Schwarzen ausschließen. Auch über die psychedelische Szene, die in Realitätsverlust und Aggressionen umschwenkt zieht Burdon eine ernüchternde Bilanz. Im Februar 1969 ist Schluss mit den New Animals.

War

Auf der Suche nach einer neuen Band wird er in Los Angeles fündig und gründet die Band War. 1971 verlässt Burdon jedoch die Band, welche bis 1978 weiter fungierte und sich musikalisch zur weitumfassenden Funk Band mauserte. 1976 und 1983 kommt es noch einmal zur Wiedervereinigung der Animals in Originalbesetzung, doch an die alten Erfolge können sie nicht mehr anknüpfen. Burdon spielt wenig später seine ersten kleinen Filmrollen, arbeitet bei einem auch an dem Soundtrack, was ihn als Musiker wieder etablierte. In „Comeback“ spielt er seine erste Hauptrolle. Ein Film über einen Musiker, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere alles sausen lässt. Bis zum heutigen Tage tingelt er weiter als Bluessänger durch die Clubs und lässt immer wieder mal die alten Hits noch einmal aufleben.

photocrit: By Heinrich Klaffs [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

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