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Veröffentlicht am 23.12.2014 von Harry Pfliegl

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Der Lungenkrebs hat Joe Cocker besiegt

Sex, Drugs & Rock´n´Roll: Kaum ein Musiker verkörperte das Lebensgefühl der 1960er Jahre so sehr wie Joe Cocker. Er zählte nicht zu den Superstars, die komplette Stadien füllen konnten, wohl aber zu den herausragendsten Musikern seiner Generation. Er verstarb am 22. Dezember im Alter von 70 Jahren an Lungenkrebs.

Woodstock begründete seinen Ruhm

Geboren wurde Joe Cocker am 20. Mai 1944 in der englischen Stadt Sheffield, wo er schon als 15jähriger für mehrere Bands auf der Bühne stand. Gegen Mitte der 1960er Jahre unterschrieb Joe Cocker den ersten Plattenvertrag bei Decca Records und gab seine Tätigkeit als Installateur auf, um sich ganz der Musik zu widmen. Nachdem er 1968 einen ersten Achtungserfolg in den britischen Charts für sich verbuchen konnte, gelang ihm Ende diesen Jahres der Durchbruch mit dem Beatles-Cover „With A Little Help From My Friends“.

Nachdem Joe Cocker bereits eine Tour durch die USA absolviert und auf diversen Festivals aufgetreten war, machte ihn Woodstock im August 1969 zur Legende: Dort pflegte er eine zuckende und zappelnde Gestik vor dem Mikro, die zu seinem Markenzeichen wurde und Joe Cocker zum Erfinder der Luftgitarre machte.

Das verlorene Jahrzehnt

Obwohl Joe Cocker auch während der 1970er Jahre große Erfolge feierte – vor allem mit zahlreichen Coverversionen – machte er in diesem Jahrzehnt eher mit Alkohol- und Drogeneskapaden von sich reden. In diesen Jahren nahm Joe Cocker nur wenig Neues auf, sondern war permanent auf Tournee. Es war jedoch oft fraglich, ob er überhaupt auftreten konnte und in welcher Verfassung er war. Ein Konzert in Wien etwa musste 1974 ausfallen, weil Joe Cocker wegen mehrerer Straftaten eine Haftstrafe verbüßen musste.

Ein fulminantes Comeback

Nachdem Joe Cocker ab 1981 mit der Fusion-Jazz-Gruppe zusammenarbeitete, feierte er in den 1980er Jahren ein fulminantes Comeback und schaffte mit seinen Songs regelmäßig den Sprung in die Charts. Weltberühmt wurde Joe Cocker unter anderem mit Unchain My Heart, Up Where We Belong und You Can Leave Your Hat On.

Nachdem Cocker am 11. Oktober 1987 die Erzieherin Pam Baker geheiratet hatte, kehrte Ruhe in seinem Leben ein. So lebte Joe Cocker fortan relativ zurückgezogen im 400-Seelen-Ort Colorado, wo er eine Ranch betrieb und eine Eisdiele besaß. Der Bühne blieb Joe Cocker allerdings treu. So arbeitete er ab Ende der 1980er Jahre mit dem deutschen Musiker Klaus Lage zusammen und durfte als einer von wenigen westlichen Musikern 1988 zweimal in der DDR auftreten.

Einen weiteren Höhepunkt erlebte Joe Cocker 2002, als er zusammen mit Brian May und Phil Collins beim goldenen Thronjubiläum von Queen Elisabeth II. auftat. Fünf Jahre später wurde er von der Königin zum Officer of the Order of the British Empire ernannt.

Foto: www.cocker.com

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