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Veröffentlicht am 21.06.2016 von Buch

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Chuck Berry

Dass es heutzutage noch Rockstars gibt, die über 80 Jahre alt werden ist eine krasse Ausnahmeerscheinung. Chuck Berry wird im Oktober 90 Jahre alt. Während seine Weggefährten alle in Vergessenheit geraten sind, konnte sich Berry auch trotz Tiefpunkten in seinem Leben und Karriere immer wieder aufraffen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Songs wie „Johnny B. Goode“ oder „Rock and Roll Music“ von neuen Generationen immer wieder entdeckt wurde und für Identifikation und Orientierung sorgte.

Geboren wurde Charles Edward Anderson Berry am 18. Oktober 1926 in den Slums von St. Louis. Schon in früher Kindheit, als Berry noch in einem Chor einer Baptistengemeinde singt, ist er von der Idee besessen einst ein gefeierter Gitarrist zu werden. Der Jazzvirtuose Ira Harris ist Berrys erster Gitarrenlehrer. Behauptungen, Chuck Berry hätte erst im Gefängnis Gitarre spielen gelernt, können damit widerlegt werden. Auf einer viersaitigen Tenorgitarre sammelt Berry seine ersten wichtigen Erfahrungen. Doch aufgrund seiner turbulenten und teils kriminellen Jugend kommt Chuck Berry immer wieder in Konflikte mit dem Gesetz. 1944 wird er für drei Jahre auf eine Reformschule geschickt, nachdem man ihm mehrere Einbrüche nachweisen konnte. Dort hatte Berry endlich die Zeit sich der Gitarre zu widmen. Nachdem er aus der Erziehungsanstalt entlassen wurde begann er bei seinem Vater eine Tischlerlehre und schloss später eine Friseurlehre ab. Seine Leidenschaft galt aber weiterhin seinem Instrument.

Erster Auftritt

Schon 1956 war Berry der meistverkaufte Künstler des Chess Labels, auch vor Muddy Waters.

Erst mit 26 Jahren spielte Berry seinen ersten bezahlten Auftritt im Sir John Trio mit dem bekannten Pianisten Johnnie Johnson und Schlagzeuger Eddie Hardy. 1950 wechselte er bereits zur sechssaitigen Gitarre. Schon bald wird das Trio in Chuck Berry Trio umbenannt, weil das Publikum hauptsächlich wegen dem wilden jungen Gitarristen kommt. Erst ein wenig belächelt begannen die Leute schon bald nach den Hillbilly-Nummern zu tanzen. 1955 folgte Chuck Berry Muddy Waters nach Chicago. Noch im selben Jahr steht Berry beim Blues-Label Chess Records unter Vertrag.

„Maybellene“ wird veröffentlicht und steigt in die Top Ten der Billboard Charts und an Platz eins der Rhythm & Blues Charts. Johnnie Johnson, Bo Diddleys Maracca-Spieler Jerome Green und Willie Dixon begleiten Chuck Berry im Studio. Der Erfolg ist von „Maybellene“ ist jedoch einem makabren Umstand zu verdanken: Die meisten weißen Hörer der Musik wissen nicht, dass der Song von einem Schwarzen stammt. Wenig später folgt „Roll Over Beethoven“. Beide Stücke sollen das Grundmuster aller späteren Berry-Songs enthalten: Eine eingängige Hookline im Uptempo-Blues-Schema. Schon 1956 war Berry der meistverkaufte Künstler des Chess Labels, auch vor Muddy Waters.

Einbruch der Karriere

Doch mit der Einführung des Longplayers steht Berry bald vor dem Einbruch seiner ersten Erfolgsphase. Beim weißen Publikum ist ein schwarzer Gitarrenrebell weniger gefragt und auch das Missmanagement seiner Plattenfirma trugen dazu bei. Wenig später wird Berry wegen der Beschäftigung einer Minderjährigen in seinem Nachtclub zu 2 Jahren Haft verurteilt. 1963 kommt er wieder frei. Es stellen sich wieder erste mittlere Charterfolge ein, die jedoch nur wenig Klassiker-Potential bieten. Die Rolling Stones und die Beatles sind unterdessen berühmt geworden und coverten sogar einige seiner alten Songs.

Die Rolling Stones und die Beatles sind unterdessen berühmt geworden und coverten sogar einige seiner alten Songs.

Doch auch durch sein glückliches Händchen bei den Backingbands konnte Chuck Berry immer wieder zurück auf die großen Bühnen. So spielten 1967 für seine Live-Show im Fillmore Auditorium beispielsweise die renommierte Steve Miller Band. Chuck Berry landete noch ein paar mal im Gefängnis, wurde als bekannter Steuersünder 1993 sogar zu Präsident Bill Clinton in das Weiße Haus geladen – um dort zu spielen. 1995 folgt die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame. Chuck Berry ist ein Künstler der über große Perioden seines Schaffens die Nachteile rassistischer Vorurteile erleben musste. Allen Widrigkeiten zum Trotz leistete er einen Beitrag zu Etablierung schwarzer Musik in den Vereinigten Staaten.

photocredit: By Håkan Henriksson (Narking) (Own work) [GFDL or CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

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